Home Siegburg Vitrine zum 19. Jahrhundert erstrahlt neu
Vitrine zum 19. Jahrhundert erstrahlt neu Quelle: siegburgaktuell
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Vitrine zum 19. Jahrhundert erstrahlt neu Quelle: siegburgaktuell

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Papiergeld und Pauperismus

Der Historiker spricht vom langen 19. Jahrhundert, das mit der Französischen Revolution 1789 beginnt und mit dem hurraschreienden Patriotismus der ersten Weltkriegstage 1914 endet.

Das Stadtmuseum hat eine Neustrukturierung der Vitrine vorgenommen, die einen Großteil dieses Jahrhunderts abdeckt. Die Franzosenzeit erklärt der Code Napoléon, das große Gesetzeswerk, das die Truppen aus dem Westen im leichten Marschgepäck hatten. Assignaten sind zu sehen, von der rheinischen Bevölkerung misstrauisch beäugtes Papiergeld der Franzosen. Den Übergang zur neuen Ordnung bringen die Russen. Als Teil der alliierten Front vertreiben sie die napoleonischen Truppen vom Siegburger Markt. Das Diorama mit den Zinnfigürchen wurde, ganz dem inklusiven Anspruch nachkommend, auf Kinderaugenhöhe herabgesetzt.

Wir folgen dem Zeitstrahl, sehen Franz von Ley, 1814 der erste preußische Bürgermeister Siegburgs. Nebendran ein Grabstein der Bürgermeisterfamilie Kuttenkeuler. Ein Sohn des Stadtoberhaupts starb im Säuglings- und eine Tochter im Kindesalter. “Was uns vor Augen führt, dass wir es vor dem Einsetzen der Industrialisierung mit dem Pauperismus, dem Zeitalter des Nahrungsmangels, der um sich greifenden Krankheiten und der hohen Kindersterblichkeit zu tun haben”, erklärt Herbert Spicker, der stellvertretende Museumsleiter.

Was finden wir noch? Die meisterhafte Verteidigungsrede von Gottfried Kinkel, dem 1848er-Revolutionär, der beim Versuch, mit Gleichgesinnten das Siegburger Zeughaus zu stürmen, unsanft gestoppt wurde. Schließlich drei Gewehre, stellvertretend für die Entstehung des deutschen Reiches aus den drei sogenannten Einigungskriegen 1864, 1866 und 1870/71.

Dank an den Förderverein des Museums um Klaus Hartmann, der die Neugestaltung der Vitrine ermöglichte.