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Sommer, Sonne, Thromboserisiko Quelle: Helios Klinikum Siegburg GmbH
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Sommer, Sonne, Thromboserisiko Quelle: Helios Klinikum Siegburg GmbH

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Die Sommerferienhaben begonnen und gleichzeitig der Höhepunkt der diesjährigen Reisesaison. Ob per Auto, Flugzeug, Bus oder Bahn: Der Urlaub startet meist mit längerem Sitzen. In Verbindung mit sommerlicher Hitze bedeutet das für viele einerhöhtes Thromboserisiko.

„Eine Thrombose ist nichts anderes als eine Verstopfung im Bereich der Venen–ausgelöst durch ein Blutgerinnsel“, erklärt Dr. Uwe Samar, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Helios Klinikum Siegburg. „Fließt das Blut sehr langsam, staut es sich in den Gefäßen oder kommt ganz zum Erliegen.“ Besonders anfällig für die Bildung von Blutgerinnseln, sogenannten Thromben, sind die Beinvenen. Das erklärt, weshalb gerade Fliegen oder langeAutofahrten das Thromboserisiko deutlich erhöhen: „Wenn manüber einen längeren Zeitraumbeengt sitzt, werden die Beinvenen abgeklemmt, was letztlich dazu führt, dass der Blutrückfluss zum Herzen behindert wird“, so der Chefarzt.

Aber auch sommerliche Temperaturenkönnen dieEntstehung einer Thrombose begünstigen. Hitzebedingt nimmt die Elastizität derBlutgefäßeab. In Kombination mit einem verlangsamten Blutfluss,wie etwa durch eine Venenschwäche oder Bewegungsmangel, steigtsodie Gefahr eines Blutgerinnsels.

Warnsignale für eine Thrombose sind angeschwollene Beine, eine rote oder violette Färbung in Verbindung mit einem dumpfen, drückenden Schmerz.„Zu den Risikopersonen zählen Menschen, die in der Vergangenheit schoneinmal ein Blutgerinnsel hatten oder von einem anderen Venenleiden, wie z. B.Krampfadern,betroffen sind“, so der Gefäßchirurg. Aber auch Übergewicht, Rauchen oder hormonelle Veränderungen, etwa in der Schwangerschaft oder durch die Einnahme von hormonellen Verhütungsmittelnsowie Ersatzpräparaten während der Wechseljahre,erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine Thrombose zu erleiden.Wird diese nicht behandelt, kann esweitreichende Folgen haben: „Je länger man wartet, desto größer kann dasBlutgerinnsel werden, letztlich kann sich auch ein Thrombus lösen undmit dem Blutstrom in Richtung Lunge ‚schwimmen‘ und dort lebenswichtige Gefäße verstopfen. Eine solche Lungenembolie kann durchaus lebensbedrohlich sein“, erklärt Dr. Samar.Bei Thrombose-Verdacht sollte daher immer schnellstmöglich ärztlicher Rat eingeholt werden.

Steht der Urlaub vor der Tür, heißt es fürRisikopatienten sich bereits im Vorfeld bei Ihrem Arzt über geeignete Möglichkeiten der Thromboseprophylaxe zu informieren. Der Experterät: „Vorbeugende Helfer sind in erster Linie Kompressionsstrümpfe. Bei entsprechender Vorbelastung sollten dieseindividuell angepasst sein. In Einzelfällen können auch spezielle Spritzen verordnet werden.“

Ein weiterer Expertentipp: viel trinken, um das Blut flüssig zu halten. Aber auchregelmäßige kleine Bewegungseinheitenkönnendem Blutstau in den Beinen entgegenwirken. Hilfreich ist hier bereits ein kleiner Spaziergang durch den Flieger oder das Bahnabteil etwa einmal pro Stunde. Auch aufleichte Übungen im Sitzen sind effektiv. Dafür einfach die Füße auf und ab bewegen. Durch das Anspannen der Wadenmuskulatur werden die Venen automatisch zusammengedrückt und das Blut wieder nach oben transportiert.