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Schlangenvielfalt im Rhein-Sieg-Kreis geht zurück Quelle: Rhein-Sieg-Kreis
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Schlangenvielfalt im Rhein-Sieg-Kreis geht zurück Quelle: Rhein-Sieg-Kreis

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Trotz seiner ländlichen Gebiete – der Rhein-Sieg-Kreis bietet heimischen Schlangen keine optimalen Bedingungen. Die Artenvielfalt reduziert sich zunehmend. Darauf macht das Umweltamt des Rhein-Sieg-Kreises zum Weltschlangentag am 16.07.2018 aufmerksam.

„Schlangen brauchen Ruhe“, sagt der Leiter des Umweltamtes, Rainer Kötterheinrich. „Wir Menschen haben einen großen Teil ihres Lebensraums zerstört, entweder durch intensive Landwirtschaft oder indem ehemals freie Flächen bebaut wurden“. Ein verhältnismäßig ungestörtes Gebiet für viele Tiere – und damit auch für unsere heimischen Schlangen – ist die Wahner Heide. Aber selbst dort ist beispielsweise die Kreuzotter nicht mehr zu finden.

Inzwischen leben im Rhein-Sieg-Kreis noch die Ringelnatter und die Schlingnatter. Die Ringelnatter hat eine blau-graue bis grün-graue, manchmal auch bräunliche Grundfärbung. Ihr Hauptmerkmal sind die zwei gelben bis weißen “Halbmondflecken” im Nacken. Meist werden die Tiere etwa einen Meter lang. Ringelnattern ernähren sich hauptsächlich von Amphibien, aber auch Fische und kleine Säugetiere stehen auf ihrem Speiseplan.

Im Frühjahr paaren sich die Tiere. Etwa einen Monat später legen die Weibchen 10 bis 50 Eier, aus denen nach weiteren ein bis zwei Monaten die Jungen schlüpfen.  Die Ringelnatter ist eine Wassernatter, lebt also an Gewässern und in Feuchtgebieten. Sie kann sich bei Gefahr tot stellen und ein stinkendes Sekret abgeben – ist aber völlig ungefährlich.

Im Gegensatz zur Ringelnatter liebt die ebenfalls bei uns heimische Schlingnatter eine eher trockene Umgebung. Sie lebt auf Waldlichtungen oder an Waldrändern, und an nur spärlich bewachsenen Berghängen. Die Schlingnatter hat eine dunkle Rücken- und Kopfzeichnung. Deshalb wird sie oft mit der Kreuzotter verwechselt.

Die Schlingnatter ernährt sich hauptsächlich von anderen Reptilien, wie beispielsweise Eidechsen oder Blindschleichen, aber auch von kleinen Nagetieren.

Die Schlingnatter ist lebendgebärend und bringt im Spätsommer 3 bis 15 Junge zur Welt.

„Beide Schlangenarten sind für Menschen völlig ungefährlich. Wer den Tieren begegnet, sollte ihnen die Möglichkeit zur Flucht geben – Schlangen haben viel mehr Angst vor Menschen, als umgekehrt“, sagt Rainer Kötterheinrich.

 

Übrigens: die Blindschleiche ist keine Schlange – und auch ganz bestimmt nicht blind.  Bei dem Tier handelt es sich um eine meist 30 – 40 Zentimeter lange Echse.