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Operation Berufsschule statt Operativer Einkauf
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Operation Berufsschule statt Operativer Einkauf

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#berufsschule #prüfung

Er ist 20. Er ist sehr weite Wege gegangen in seinem Leben. Als Kind verließ er Afghanistan, als Teenager kam er in Deutschland an. Sein Pate ist 63. Hat 30 Jahre lang hart gearbeitet, stand in Verantwortung beim bekannten Bonner Telekommunikationsriesen. Dann die Rente und die Angst vor dem täglichen schwarzen Loch. Was nun? Was tun? Zum Glück kreuzten sich die Wege von Rohullah Essani und Axel Stumpf. Der angehende Verkäufer beim Lebensmittler Netto und der ehemalige Leiter Operativer Einkauf bei der Telekom paukten Mathe-Textaufgaben in einer Blockhütte der Flüchtlingsunterkunft. Jede halbe Stunde lüften, ist ja Corona. Manchmal nutzten sie einen Raum der Diakonie, die das vom Jobcenter geförderte Tandem-Projekt „Fit in der Berufsschule“ durchführt.

„Wir beide haben uns von Anfang an gut verstanden“, sagt Stumpf. Das gegenseitige Mögen ist wichtig für den Erfolg, der sich aber nicht sofort einstellte. Essani bestand zwar im Mündlichen, scheiterte aber in zwei schriftlichen Prüfungsteilen. Und kämpfte mit doppelter Angst: Würde er die Nachprüfung bestehen? Und wie sieht es mit dem Bleiberecht aus, sollte er ein zweites Mal durchfallen? Immenser Druck.

Schließlich riesige Erleichterung. Im November der zweite Anlauf, Ende Dezember dann die erlösende Nachricht: Essani hat bestanden. Vorige Woche kam das Zeugnis.

Rohullah Essanis Arbeitgeber freut sich übrigens auch, mit ihm „langfristig eine engagierte Nachwuchskraft im Team zu haben“. 

Foto: Videokonferenz der Projektbeteiligten. Schützling Essani unten links, Axel Stumpf im Bild darüber.

Quelle: siegburgaktuell