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Krebs- und Tumorerkrankungen besser erkennen
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Krebs- und Tumorerkrankungen besser erkennen

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#Bonn #UKB

Mit dem neuen Hochleistungs-MRT am Universitätsklinikum Bonn können Tumore und auffällige Areale jetzt besser und früher erkannt werden

Universitätsklinikum Bonn (UKB) wurde das neue Hochleistungs-MRT von der Firma Siemens Healthineers, MAGNETOM Cima.X in Betrieb genommen. Damit ist das UKB weltweit einer der wenigen Kliniken, die das Gerät im Rahmen einer Pilot-Phase nutzen dürfen. Ab heute steht das besonders leistungsstarke 3 Tesla MRT allen Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Krebs- und Tumorerkrankung am UKB zur Verfügung.

Wer Verdacht auf eine Krebs- oder Tumorerkrankung hat, kann sich ab heute am UKB mit dem Hochleistungs-MRT MAGNETOM Cima.X untersuchen lassen. Das Gerät ermöglicht die bessere und frühzeitigere Diagnostik und Charakterisierung von häufigen Krebserkrankungen wie zum Beispiel Prostata-, Mamma-, oder Rektum-Karzinomen. Die neuartige Besonderheit des Geräts macht seine sehr hohe Gradientenstärke von 200 mT/m aus. Zum Vergleich: herkömmliche MRTs weisen eine Gradientenstärke (Amplitude) von 45 mT/m bis maximal 65 mT/m auf.

In der MRT-Bildgebung hat die Amplitude der Gradientstärke einen wichtigen Einfluss auf die Größe der gerade noch sichtbaren Strukturen und führt dazu, dass Bewegungen der Patientinnen und Patienten während des Scans weniger Einfluss auf die Bildschärfe haben. Die sehr hohe Leistung des einzigartigen Geräts von Siemens ermöglicht es, das Bildgebungsverfahren schneller und klarer zu gestalten.

„Stellen Sie es sich wie eine neue Brille vor: obwohl Sie vorher schon gut gesehen haben, können Sie mit dieser neuen Brille noch besser und schärfer sehen. Das ist das neue Hochleistungs-MRT, das ab heute am UKB im Einsatz ist“, so der Oberarzt PD Dr. Julian A. Luetkens, Leiter der Magnetresonanztomographie (MRT) und Sektionsleiter der Kardiovaskulären Bildgebung am Universitätsklinikum Bonn (UKB).

Bisher wurden solche hohen Gradienstärken von 200 mT/m nur in präklinischen Forschungsscannern verbaut. Speziell an diesem hochleistungsfähigen Gradientensystem ist, dass dieses die Sensitivität für die Diffusion von Wasser erhöht, indem es die benötigte Zeit für die Diffusionskodierung drastisch verkürzt. Dies verbessert das Signal-Rausch-Verhältnis solcher MRT-Messungen und erreicht die Messung höherer b-Werte in dieser Diffusionsmessung. Von dieser verbesserten Bildgebung werden insbesondere Tumorpatient*innen profitieren. Bei ihnen ist die Diffusionssequenz die wichtigste Sequenz im MRT zur Detektion und Charakterisierung von Tumoren.

Die verbesserte Diffusionssequenz macht Mikrostrukturen sichtbar, die man mit einem herkömmlichen MRT nicht sehen kann wie beispielweise feine Faserstrukturen im Gehirn oder Herzen oder noch sehr kleine Tumorareale. Auch Blutflussmuster in Gefäßen können besser erkannt werden, was dabei hilft angeborene Herzfehler, bei denen die Blutflussrichtung relevant ist, genauer zu beschreiben.

„Das UKB ist hier Vorreiter in Spitzentechnologie und Hochfeldforschung. Das MAGNETOM Cima.X bringt das UKB auf ein nächstes Level in der Tumordiagnostik, wovon unsere Patientinnen und Patienten profitieren“, so Prof. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender.

Das Hochleistungs-MRT MAGNETOM Cima.X ist bereits zugelassen und befindet sich derzeit in einer Pilotphase, an der das UKB teilnimmt. Auf den breiten Markt kommt das Gerät erst im kommenden Jahr.