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Kobolde für hervorragende Schultheater-Aufführungen Quelle: Theatergemeinde BONN
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Kobolde für hervorragende Schultheater-Aufführungen Quelle: Theatergemeinde BONN

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Preisverleihung beim Schultheaterfestival „spotlights“ der Jungen Theatergemeinde Bonn

Am 9. Juli ging das 16. Bonner Schultheaterfestival „spotlights“ mit der Preisverleihung im Jungen Theater Bonn zu Ende. Die Bilanz nach neun Tagen war rundum erfreulich. Zehn teilweise restlos ausverkaufte Vorstellungen an acht verschiedenen professionellen Spielorten, mehr als 500 Kinder und Jugendliche hatten auf und hinter den Bühnen mitgespielt und solch großartige Arbeiten gezeigt, dass die Jury unter dem Vorsitz von Theodor Cramer Mühe hatte, eine für den begehrten Bonner Kobold auszuwählen. Cramer betonte deshalb noch einmal, dass die eigentliche Auszeichnung nach Sichtung vieler Bewerbungen die Einladung zur Aufführung im Rahmen des Festivals und die damit verbundene Kobold-Nominierung sei. In Vertretung des Schirmherrn, des Bonner Oberbürgermeisters Ashok Sridharan, lobte Carolin Krause, Dezernentin für Soziales, Bildung und Gesundheit der Stadt Bonn, die vielen Nachwuchstalente für ihr Engagement, zeigte sich beeindruckt von dem anspruchsvollen Programm und versprach, 2019 möglichst mehrere Aufführungen zu besuchen.

Schon in den Wochen vor dem Festival gab es – ermöglicht durch eine Projektförderung des Kulturamtes Bonn – zahlreiche theaterpraktische Workshops. Rund 300 Kinder, Jugendliche und Spielleiter/innen nutzten das für sie kostenlose Angebot. Eindrücke davon vermittelten Fotos und Videos vor der Preisvergabe. In einer kleinen Talkrunde beschrieb der Schauspieler Roland Silbernagl voller Begeisterung seine Erfahrungen mit der Gruppe, die mit ihm im Euro Theater Central an der Gestaltung von Bösewicht-Figuren gearbeitet hatte. Die Schultheatergruppen freuten sich besonders, dass sie beim Festival die Gelegenheit hatten, auch die Vorstellungen der anderen zu besuchen, was im normalen Schulalltag kaum möglich ist.

Dass „spotlights“ sogar international ausstrahlt, hätte sich bei seiner Gründung niemand träumen lassen. Bereits zum dritten Mal war mit Unterstützung des Goethe-Instituts Minsk eine Gruppe aus Belarus in Bonn zu Gast. Acht ausgewählte theaterbegeisterte Jugendliche, die Deutsch als erste Fremdsprache lernen, hier gemeinsam ihre Version von „Romeo und Julia“ auf Russisch und Deutsch erarbeiteten und das beeindruckende Ergebnis im Theater im Ballsaal präsentierten. Die erlebnisreiche Woche in Bonn war im Grunde selbst schon ein Preis, meinten sie beim Abschied. Eine Mitarbeiterin des Goethe- Instituts besichtigte alle „spotlights“-Aufführungen. Denn es gibt schon die Idee, eine der hiesigen Schultheatergruppen zu einem Gegenbesuch bei den Freunden in Minsk einzuladen.

Erstmal suchte aber der Bonner Kobold ein neues Domizil. Es war eine schöne Geste, dass eine Abordnung des letztjährigen Preisträgers, des Anno-Gymnasiums Siegburg, selbst die vom Bonner Künstler Wolfgang Hunecke geschaffene Skulptur weitergab an das Siebengebirgsgymnasium Bad Honnef. Mit seiner Inszenierung der Komödie „Verwandte sind auch Menschen“ von Erich Kästner hatte das Ensemble ganz knapp die Nase vorn gegenüber der Konkurrenz. Denn das künstlerische Niveau war diesmal bei allen Aufführungen extrem hoch, und alle waren unbestritten preiswürdig, erklärte Elisabeth Einecke-Klövekorn, Vorsitzende der Theatergemeinde Bonn.

Nicht zuletzt deshalb hat der Kobold 2018 noch eine jüngere Version an seiner Seite bekommen: den KupferKobold für die Altersgruppe U12, die sonst gegenüber den Literaturkursen und Oberstufen-AGs zu kurz kommt. Frisch geschmiedet residiert er nun in der Gemeinschaftsgrundschule Witterschlick, die schon mehrfach bei „spotlights“ auftrat. Das Besondere daran: Die gesamte Schule macht mit, und alle zeigen, was sie können. Die kleinen „Timebusters“ hatten viel zu tun, um 99 Luftballons vor den musikhassenden Adversariern zu retten. Über 200 Kinder waren dafür auf der Bühne der Kammerspiele im Einsatz und rockten das Haus mit ihrer spielerischen Energie. Keine Frage: Diese fulminante Show musste ausgezeichnet werden.

Beide Kobolde warten jetzt schon darauf, bei den „spotlights“ 2019 wieder eine Menge zu erleben und in andere Schulen zu ziehen. Weitere Infos und Bewerbungs-Modalitäten unter www.spotlights-bonn.de