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JUSO-Bundesvorsitzende Jessica Rosenthal in Lohmar
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JUSO-Bundesvorsitzende Jessica Rosenthal in Lohmar

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#Lohmar #Reibekuchen

Gegen Fachkräftemangel brauchen wir Zuwanderung und zugleich Aus- und Weiterbildung

Deutschland kann sein Fachkräfteproblem nach Aussage der JUSO-Bundesvorsitzenden Jessica Rosenthal nur lösen, wenn es neben der Zuwanderung zugleich eine Offensive für Aus- und Weiterbildung gibt. „Es muss darum gehen, dass die, die hier sind, alles aus sich rausholen können, dass sie den Weg gehen können, den sie sich selbst wünschen,“ sagte die Bonner SPD-Bundestagsabgeordnete Rosenthal am Samstagabend beim traditionellen Reibekuchenessen der SPD-Lohmar im Aueler Hof in Wahlscheid.

Fachkräfte fehlen überall, in der Schule und im Handwerk, in der Pflege und in der Gastronomie – das bekommen wir fast täglich zu spüren. Für Unternehmen, einschließlich kleiner und mittelständischer Betriebe, kann es existenzbedrohend sein, wenn sie keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr finden.

Rosenthal machte klar, dass sich dieses Problem ohne Zuwanderung nicht lösen lässt. Dafür müssten Zugangswege geöffnet werden. „Wir haben ein Fachkräftezuwanderungsgesetz auf den Weg gebracht, das seinen Namen verdient“, sagte Rosenthal. Damit es wirkt, müsse aber die Hetze gegen Zuwanderung aufhören: „Wir sollten gemeinsam über alle Parteigrenzen hinweg daran arbeiten, dass wir eine Willkommenskultur in Deutschland haben, die ihren Namen verdient.“ Das erwarte sie auch von der Union.

Genauso wichtig ist es nach Rosenthals Aussage aber, die inländischen Potenziale zu nutzen – und zugleich denen eine Chance auf Ausbildung zu geben, denen sie bisher noch versagt ist. 2,6 Millionen Menschen in Deutschland hätten keinen Ausbildungsabschluss, sagte Rosenthal. Deshalb brauche es eine Ausbildungsplatzgarantie, einschließlich Beratung und Begleitung. Wenn nötig, könne die Ausbildung bei einem Träger starten, um dann ab dem zweiten Jahr in einen Betrieb zu wechseln. 

Nach dem Berufsabschluss müsse es weitergehen – mit Karriereaussichten, Personalverantwortung, guter Bezahlung und der Chance, sich weiterzuentwickeln. „Wir müssen Weiterbildungsrepublik werden“, forderte Rosenthal, und zwar mit Angeboten, die sich alle leisten könnten: „Wenn wir den Master in Deutschland kostenfrei anbieten, dann bitte auch den Meister.“

Jessica Rosenthal ist seit drei Jahren JUSO-Bundesvorsitzende und seit 2021 Mitglied des Bundestages und eine ausgewiesene Kämpferin für soziale Gerechtigkeit. Die Lehrerin arbeitet im Ausschuss Bildung und Forschung sowie im Ausschuss Arbeit und Soziales mit. Sie wohnt in Bonn und kennt daher auch die Probleme unserer Region bestens.

Im Anschluss an Rosenthals Vortrag zur Fachkräftezuwanderung diskutierten die Gäste, zu denen unter anderen Bürgermeisterin Claudia Wieja (Grüne), Uwe Grote (Fraktionsvorsitzender SPD) und Horst Becker (Fraktionsvorsitzender der Grünen) sowie der Lohmarer Ehrenbürger und Altbürgermeister Hans Günther van Allen zählten. Wieja dankte den Koalitionspartnern im Stadtrat für die gute Zusammenarbeit und zählte die gemeinsamen Erfolge auf, unter anderem die neue Grundschule in Birk, die in Holzbauweise errichtet und mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet wird.

Rosenthal fügte wichtige Fortschritte hinzu, die die Bundesregierung erreicht hat, vom Wohngeld über das Kindergeld bis zum Bürgergeld, vom 49-Euro-Ticket über die Gaspreisbremse bis zum Fachkräftezuwanderungsgesetz. „Und deshalb möchte ich all denen, die immer wieder darauf verweisen, wie schwierig es ist, genau diesen Optimismus entgegensetzen: Anders als andere bin ich der festen Überzeugung, dass wir das in diesem Land schaffen werden.“

Als das erste Reibekuchenessen der SPD-Lohmar stattfand, war Jessica Rosenthal noch nicht geboren. Erster Ehrengast war Ingrid Matthäus-Maier, damals Bundestagsabgeordnete für die SPD im Rhein-Sieg-Kreis. Franz Münterfering, Björn Engholm, Ursula Engelen-Kefer, Hannelore Kraft, Franz-Josef Antwerpes, Norbert Walter-Borjans, Lale Akgün, Rolf Mützenich und Olaf Scholz waren bereits Gäste in Lohmar, um nur einige zu nennen.

Quelle: SPD Lohmar

Foto: SPD Lohmar