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Jahresbericht des Rhein-Sieg-Kreises Quelle: Rhein-Sieg-Kreis
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Jahresbericht des Rhein-Sieg-Kreises Quelle: Rhein-Sieg-Kreis

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ÖPNV, Gewerbeflächenkonzept, Cybersicherheits-Cluster – Zukunftsfähigkeit des Rhein-Sieg-Kreises erarbeitet

Den Rhein-Sieg-Kreis lebens- und liebenswert in die Zukunft zu führen ist eine wichtige Aufgabe, der sich die Kreistagsmitglieder in bewährter Weise im vergangenen Jahr gestellt haben.

Viele Stunden brachten die ehrenamtlich tätigen Kommunalpolitiker im Großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg zu, um über wichtige Themen für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis zu entscheiden. Diese verteilten sich unter anderem über die vier Sitzungen des Kreistags; zuvor waren die Themen von Kreistagsmitgliedern sowie Sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern in den Fachausschüssen des Kreistags beraten worden.

Ein Schwerpunkt waren der Öffentliche Personennahverkehr sowie die Fortentwicklung des Nahverkehrsplans. Dieser Bereich gewinnt angesichts des  Klimawandels immer größere Bedeutung: so standen das Projekt Lead City und die Anschaffung umweltfreundlicher Busse durch die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft auf der Tagesordnung. Des Weiteren ging es um Cybersicherheit der Unternehmen, Behörden, Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Sieg-Kreis und der Region. Der Kreistag beschloss, dem Cybersicherheits-Cluster Bonn beizutreten. Ein weiteres großes Thema, welches vorwärts entwickelt wurde, ist das Gewerbeflächenkonzept. Dieses stellte der Rhein-Sieg-Kreis gemeinsam mit der Stadt Bonn auf. Insgesamt ist zu beobachten, dass bei bestimmten Themen die Zusammenarbeit mit der Bundesstadt Bonn und der überregionale Schulterschluss zunehmen.

„Die Herausforderungen sind für den Rhein-Sieg-Kreis und die Kommunen in der Region ähnlich: Klima, zukunftsweisende Mobilität, Herstellung von Gewerbeflächen, Datenschutz, und vieles mehr. Von daher macht es Sinn, gemeinsam an Strategien zu arbeiten und Lösungen für die Menschen zu entwickeln“, betont Landrat Sebastian Schuster.

Eine wichtige Änderung beschlossen die Kreistagsmitglieder in der Dezember-Sitzung 2018: Die Abfallgebühren werden nicht mehr durch den Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises festgestellt, sondern durch die RSAG AöR. Dies gilt schon für die aktuellen Gebühren für 2019.

 

Knapp 425 Notrufe pro Tag – Feuer- und Rettungsleitstelle verzeichnet mehr Einsätze in 2018

Im Durchschnitt etwa 685 mal pro Tag haben hilfesuchende Bürgerinnen und Bürger im Rhein-Sieg-Kreis im vergangenen Jahr die Feuer- und Rettungsleitstelle im Kreishaus in Siegburg angerufen. Rund 250.000 eingehende Anrufe wurden registriert. Das waren etwa 425 Notrufe pro Tag, aber auch Meldungen von Krankenhäusern oder Medienanfragen. In 2017 gab es im Durchschnitt noch knapp 650 Anrufe pro Tag, davon etwa 400 Notrufe.

Die steigenden Anforderungen an die rettungsdienstliche Versorgung im Kreisgebiet führen zu einem Ausbau des Hilfssystems. Derzeit wird in Swisttal eine neue Rettungswache gebaut, die im Februar ihren Betrieb aufnehmen soll. Darüber hinaus sollen in Ruppichteroth, Much und Bornheim neue Wachen entstehen.

Der Rettungsdienst ist kreisweit so organisiert, dass in zumindest 90 Prozent aller Fälle im städtischen Bereich innerhalb von acht Minuten und im ländlichen Bereich innerhalb von zwölf Minuten nach Alarmauslösung das erste Rettungsdienstfahrzeug die Einsatzstelle erreicht.

Ein besonderes Ereignis für die Feuerwehren im Rhein-Sieg-Kreis war der Großbrand in Siegburg am 07. August. Als sich herausstellte, dass dieser Einsatz alle bisherigen Dimensionen sprengte, reagierten die Rettungskräfte im Siegburger Kreishaus sofort, z.B. mit einer Verdoppelung der Personalstärke. Denn in der Zeit von 14:40 Uhr bis 18 Uhr gingen an diesem Tag 523 Notrufe ein, in der Alarmierungszeit von 14:40 Uhr bis 15:10 Uhr etwa Hundert Anrufe.

„Ich bedanke mich bei den rund 3.550 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der freiwilligen Feuerwehren und den etwa 1.450 Mitgliedern der Hilfsorganisationen des Rhein-Sieg-Kreises“, sagt der zuständige Dezernent Michael Jaeger. „Ohne diese Frauen und Männer ist diese Aufgabe nicht zu stemmen.“

 

Ehe- und Altersjubiläen im Rhein-Sieg-Kreis

Am 4. August 2018 war ein besonderer Tag: an diesem Sommertag feierte Helena Becker in Lohmar-Wahlscheid ihren 108. Geburtstag! Die stellvertretende Landrätin Notburga Kunert gratulierte persönlich und überreichte dem betagten Geburtstagskind das Glückwunschschreiben von Landrat Sebastian Schuster sowie ein Geldpräsent.

Erstmals seit 2006 konnte im Rhein-Sieg-Kreis wieder dieses seltene Altersjubiläum gefeiert werden. Im Geburtsjahr 1910 wird sie das berühmte Gesellschaftsspiel „Mensch ärgere Dich nicht“ natürlich noch nicht gespielt haben, doch kam in dem Jahr diese vereinfachte Variante des damaligen Spiels Pachisi auf den Markt und ist bis heute ein anhaltender Spieleerfolg! Auch regierte Kaiser Wilhelm II. als Staatsoberhaupt Deutschland und kaum jemand ahnte, welche Kriege, Turbulenzen und tiefgreifenden Veränderungen das damals noch recht neue 20. Jahrhundert durchlaufen würde. Ein ganzes Geschichtsbuch hat Helene Becker durchlebt.

Auf eine Biografie, die geprägt ist von solch umwälzenden Jahrhundertereignissen, können insgesamt 78 Personen im Rhein-Sieg-Kreis zurückschauen. 26 Einhundertjährige zählte die Jahresstatistik der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Rhein-Sieg-Kreises für 2018, gefolgt von 20 101-jährigen, elf 102-jährigen, neun 103-jährigen, drei 104-jährigen, vier 105-jährigen, drei 106-jährigen sowie jeweils einer 107- und 108-jährigen.

Auch durften wieder zahlreiche Ehejubiläen gefeiert werden. Bei 2.110 Paaren im Rhein-Sieg-Kreis währte der Ehebund 50 bis 75 Jahre. Gespannt darf auf die Dauer des Lebensbundes der Paare in 2019 geschaut werden!

 

Psychologische Beratungsdienste mit erfolgreichem Jahr 2018

Die vier Familienberatungsstellen sowie die Schulpsychologische Beratungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises ziehen eine durchweg positive Jahresbilanz 2018. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich noch mehr Kinder und Jugendliche beziehungsweise deren Eltern beraten und helfen lassen. An den Standorten in Siegburg, Rheinbach, Eitorf und Bornheim wurden insgesamt 1.815 Kontakte gezählt. Kreisweit wurden 913 Mal Schulpsychologische Hilfestellungen angeboten.

„Wir freuen uns seit Jahren über die stabilen, sogar moderat steigenden Anmeldezahlen“, sagt der Leiter der Psychologischen Beratungsdienste, Volker Neuhaus. Entscheidend für die insgesamt 33 Beraterinnen und Berater ist aber immer das Anliegen des einzelnen Hilfesuchenden, seien es Eltern, Lehrkräfte, Kinder oder Jugendliche“, so Neuhaus.

Kostenfreie Beratungen gibt es zu Fragen rund um Erziehung und Entwicklung in Familie und Schule. In jedem Einzelfall wird gemeinsam eine passende Hilfe erarbeitet. Dabei unterliegen die Fachkräfte der Schweigepflicht.

Häufige Anmeldegründe sind Konflikte in Familie oder Schule, die Folgen von Trennung oder Scheidung, Entwicklungsverzögerungen oder Fragen zur schulischen Leistung beziehungsweise zu den Hausaufgaben.

Zu einzelnen Themenbereichen bieten die Beratungsstellen auch Elternabende oder Seminare an. Im Jahr 2018 lag der Schwerpunkt dabei auf dem Thema Pubertät und dem täglichem Kampf um den Schulbesuch.

„Wir freuen uns, dass es mittlerweile kaum noch Hemmungen von Eltern gibt, sich an uns zu wenden“, sagt Volker Neuhaus. „Eltern und Institutionen wissen um das gute Angebot des Kreises, alle Beratungsstellen sind in den Kommunen bestens vernetzt.“