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Hochwasserrückhaltebecken Jabach – Feierliche Einweihung Quelle: Stadt Lohmar
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Hochwasserrückhaltebecken Jabach – Feierliche Einweihung Quelle: Stadt Lohmar

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In den vergangenen Jahren führten mehrere Starkregenereignisse immer wieder zu Überschwemmungen von Teilen des Stadtgebietes Lohmar-Ort. Mit Investitionen, wie dem neuen Hochwasserrückhaltebecken (HRB) wapp-net sich die Stadt gezielt gegen diese Auswirkungen von Starkregenereignissen.

Am 20.06.2013 führte ein Starkregenereignis mit einer Intensität deutlich jen-seits eines statistisch gesehen alle 100 Jahre auftretendes Hochwasserereig-nis, HQ100, zu einer Überschwemmung am Rohrdurchlass der Hauptstraße, mit der Folge, dass die angetretene Wassermenge entlang des Lärmschutzwalls den Weg über die Einmündung „Zur Jabachbrücke“ in das Siedlungsgebiet genommen hat. Hinzu kamen weitere Überschwemmungen im Kreuzungsbe-reich Donrath, des Schulstandortes und im Verlauf der B507.

Bis zur Entscheidung zum Bau des Hochwasserrückhaltebeckens waren um-fängliche Untersuchungen, Beratungen in den politischen Gremien und Dis-kussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern erforderlich.

In der Sitzung des Bauausschusses am 07.10.2013 wurde die Verwaltung mit der Planung von Schutzmaßnahmen beauftragt. In seiner Sitzung am 18.09.2014 wurden die Varianten einer Änderung der Einmündung „Zur Jab-achbrücke“ und der Bau eines Hochwasserrückhaltebeckens beraten. Zu-nächst wurde jedoch beschlossen, die Bürger/-innen auf einer Veranstaltung zu informieren bzw. ein Meinungsbild einzuholen.

In seiner Sitzung am 30.10.2014 wurden dem Ausschuss dann die Ergebnisse aus der Bürgerinformation-Veranstaltung vorgestellt. Die Verwaltung wurde um die weitere Prüfung der Varianten gebeten.

Letztendlich fiel die Entscheidung dann in der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Verkehr am 23.02.2015, auf Antrag von CDU und Grünen, zugunsten der Errichtung eines Hochwasserrückhaltebeckens.

Das neue Hochwasserrückhaltebecken Jabach wurde, nach 18 Monaten Bauzeit, am 12. Juni nunmehr feierlich eingeweiht.

Im Zuge der Baumaßnahme wurde das Jabachtal außerdem ökologisch auf-gewertet. Hierfür erhielt die Stadt Biotopwertpunkte, die auf das Ökokonto der Stadt Lohmar gutgeschrieben wurden.

Mit einem Bauvolumen von rund 1,9 Mio. EUR hat die Stadt Lohmar mit dem Hochwasserückhaltebecken im Jabachtal ihr bisher größtes Bauwerk dieser Art fertigstellt. Trotz zunächst negativen Signalen wurde durch die Verwaltung die Beantragung von Fördermitteln vorangetrieben. Letztendlich konnte tatsächlich eine Förderung von 80% der Investitionssumme durch das Land Nordrhein-Westfalen erreicht werden.

Das Hochwasserückhaltebecken hat ein Fassungsvermögen von ca. 60.000 m³ und kann bei Starkregen bis zu 18.600 Liter Niederschlag pro Sekunde aus dem Jabach und der Umgebung aufnehmen. Es ist für ein rechnerisches Hochwasserereignis mit einer Wiederkehrzeit von 250 Jahren ausgelegt.

Das HRB konnte wegen der topographischen Lage als offener Erddamm er-stellt werden. Die Einstauhöhe beträgt für das umgebende Gelände ca. 5,50 Meter. Da der Bachlauf im Bereich es HRB stark in das Gelände einschneidet, erhöht sich die Einstauhöhe im Bereich des Durchlassbauwerkes auf ca. 7 Meter. Der Abfluss wird aus dem HRB über ein Drosselbauwerk auf maximal 7,70 cbm/s reduziert abgeleitet.

Die Abflussregelung erfolgt durch einen Regelschieber, der durch entsprechende Messinstrumente und Einstellungen sicherstellt, dass nur die zugelassene Wassermenge das Bauwerk passiert. Größere Abflüsse werden zurückgehalten. Zwei Flügelwände ermöglichen einen breitflächigen Einlauf des Baches in das Drosselorgan.

Die Bachsohle ist mit Naturstein gesichert. Für den Versagensfall der Abfluss-regelung ist zusätzlich eine Notentlastung höhenversetzt angeordnet. Diese ist im Normalfall geschlossen und kommt nur zum Einsatz, wenn die vorgenenannte Steuerung aus unterschiedlichen Gründen ausfällt.

Zum Schutz des Drosselorgans wurden im Bachlauf Palisaden eingebaut so-wie ein Stabgitterrechen installiert.

Der Notüberlauf des HRB wird über die abgesenkte Dammkrone abgeschlagen. Diese ist mit einer Steinstickung bzw. Steinschüttung erosionssicher aus-gebildet. Das Einlaufbauwerk wurde aus Stahlbeton hergestellt.

Foto: Das fertiggestellte Durchlassbauwerk mit Stahlrechen