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„Grüner Hahn“ – Niederkassel vorbildlich unterwegs

„Grüner Hahn“ – Niederkassel vorbildlich unterwegs

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#Niederkassel #Umwelt

Die Evangelische Kirchengemeinde Niederkassel ist mit dem „Grünen Hahn“ ausgezeichnet worden. Das Zertifikat und die entsprechenden Plaketten für alle drei Niederkasseler Kirchen hat Superintendentin Almut van Niekerk im Gottesdienst in der Auferstehungskirche der Gemeinde überreicht. Ausgestellt sind Zertifikat und Plaketten von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Und so gesellt sich die Gemeinde Niederkassel nun zur Beueler Gemeinde – sie sind zwei von bisher erst elf Gemeinden mit Grünem Hahn. Die Landeskirche zählt 643 Gemeinden.

Der Grüne Hahn ist ein kirchliches Umweltmanagementsystem. Wie vorgesehen, hat sich die Niederkasseler Gemeinde – federführend ihr Nachhaltigkeitsausschuss – die Bewahrung der Schöpfung zur Kernaufgabe gemacht, Umweltleitlinien formuliert, speziell den Klimawandel als Herausforderung angenommen, eine Umweltbestandsaufnahme vorgenommen, eine kontinuierliche Verringerung der Umweltbelastung in Gang gesetzt und einen Umweltbericht erstellt.

Konkreter: Die Gemeinde hat beispielsweise zwei Garagendächer begrünt. Wobei das sehr praktisch ist, aber nur ein kleiner Teil. Folgenreich ist folgende Selbstverpflichtung: Niederkassel führt eine Nachhaltigkeitspauschale für Freizeiten ein. Um zum Beispiel biofaires Essen anzubieten oder mit der Bahn zu fahren, übernimmt die Gemeinde bis zu einem Zehntel der Kosten des Gesamtfinanzvolumens der Freizeit. So ermöglicht die Kirchengemeinde Nachhaltigkeit bei sozial fairen Teilnehmer-Beiträgen.

Diese Nachhaltigkeitspauschale sei zwar nicht besonders sichtbar aber absolut relevant, sagt Gemeindepfarrer Christoph Eidmann, der Vorsitzende des Nachhaltigkeitsausschusses. Der Theologe betont, dass die wirklich arbeitsreiche Zertifizierung nur mit Geduld und dem Einsatz vieler Ehrenamtlicher zu bewältigen war. „Ohne Ehrenamtliche wäre es nicht gegangen.“ Ihre verschiedenen Fachkompetenzen, ihre Zeit, ihre Ideen und ihren langen Atem brauchte es zum Gelingen.

Zu diesen Ehrenamtlichen gehört Martina Lorscheid, die Umweltbeauftragte der Kirchengemeinde Niederkassel. Im Blick auf die weitere praktische Umsetzung sagt sie: „Die geprüfte Bestandsaufnahme der Gebäude und des Gemeindelebens wird uns – unter Mithilfe des Grünen Datenkontos – bei der Analyse und der Auswahl sinnvoller Maßnahmen helfen und uns Orientierung auf dem Weg zur Klimaneutralität geben.“

Im Brief aus dem Düsseldorfer Landeskirchenamt zur Zertifizierung heißt es über Niederkassel: „Als Grüner-Hahn-Gemeinde ist sie ein Vorbild in der Evangelischen Kirche im Rheinland.“ Vorbild-Charakter – diesen Aspekt greift gern auch Superintendentin Almut van Niekerk auf, die alle evangelischen Gemeinden dazu einlädt, sich um den „Grünen Hahn“ zu bemühen. Die Kirche verschreibt sich ja der Bewahrung der Schöpfung. Deshalb solle sie sich auch fragen, ob sie selbst diesem Ziel genügt. So trage sie dazu bei, dass auch kommende Generationen auf der Erde gut leben können.

Dr. Katharina Stork-Denker, die Gemeindepfarrerin leitete den Gottesdienst am vergangenen Sonntag zur Übergabe von Zertifikat und Plaketten: „Wir freuen uns über die Verleihung des Grünen Hahns am Ende eines langen Zertifizierungsprozesses – aber eigentlich ist das erst der Anfang. Nun müssen konkrete Schritte folgen, die wir gemeinsam mit der Gemeinde gehen wollen.“

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Die Grüner-Hahn-Zertifizierung wird immer nur auf Zeit verliehen. Und so ist auch das Niederkasseler Zertifikat befristet. Es gilt bis 2026. Dann ist neu zu schauen, welche weiteren Schritte umgesetzt werden konnten.

Bild: Superintendentin Almut van Niekerk mit den Grüner-Hahn-Plaketten für die drei Kirchen der Evangelischen Kirchengemeinde Niederkassel. Foto: ekasur.de/Anna Neumann

Quelle: Evangelischer Kirchenkreis An Sieg und Rhein