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Gemeinsam für den Klimaschutz
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Gemeinsam für den Klimaschutz

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#SanktAugustin #Jarabacoa

Sankt Augustin – Die Stadt Sankt Augustin nimmt am Förderprojekt „Kommunale Klimapartnerschaften“ teil. Eine Delegation aus der Stadt Jarabacoa in der Dominikanischen Republik hat Sankt Augustin besucht und die Stadt kennengelernt.

„Global denken und lokal handeln“ war der Antrieb, warum sich Sankt Augustin für das Projekt „Kommunale Klimapartnerschaften“ beworben hat, das von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) und der Engagement Global in Kooperation mit der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (LAG 21 NRW) durchgeführt wird. Als eine von elf Kommunen in Deutschland ist Sankt Augustin ausgewählt worden. Die Partnerstadt des Globalen Südens ist die Stadt Jarabacoa in der Dominikanischen Republik, mit der die Stadt Sankt Augustin zusammen mit der in Sankt Augustin ansässigen Organisation „Ecoselva e.V.“ eine langjährige Verbindung pflegt.

Jarabacoa ist mit inzwischen circa 90.000 Einwohnenden eine stark wachsende Stadt im Hügelland der Dominikanischen Republik. Durch ihr kühleres Klima entstand hier ein Zentrum des Ökotourismus. Da hier drei Flüsse zusammenfließen, versorgt Jarabacoa 80% des Landes mit Trinkwasser. Die Stadt ist Naherholungs- und Wochenendwohngebiet vieler Einwohnenden aus Santiago, Santo Domingo und La Vega. Durch die starke Baunachfrage für Wochenendrefugien wächst die Stadt unkontrolliert und droht ihre wenigen verbliebenen Grünbereiche zu verlieren. Auch die Landwirtschaft wächst unkontrolliert und zerstört durch Monokulturen empfindliche Waldgebiete. Die vielen Rodungen und die immer stärker werdenden Regenfälle führen zu massiver Erosion der wertvollen landwirtschaftlichen Böden. Durch das starke Siedlungswachstum und die stark steigenden Einwohnerzahlen kommt die städtische Infrastruktur, vor allem in Bezug auf die Ver- und Entsorgung, an ihre Grenzen. Die starke Besiedelung führt auch in Jarabacoa zu einer Überhitzung der Innenstadt. Die Stadt kämpft daher mit verschiedenen Problemen des Klimawandels und der Klimaanpassung, die auch wir hier in Sankt Augustin sehr gut nachempfinden können.

In einem dreitägigen internationalen Workshop in Essen wurden unter fachlicher und methodischer Unterstützung mögliche Schwerpunktthemen gemeinsam identifiziert. Aus Jarabacoa nahmen der Bürgermeister Yunior Esteban Torres Ayala, die Ratsherrin Dr. Yikania Isabel Pichardo und der Präsident von Plan Yaque, der Partnerorganisation von Ecoselva e.V. in der Dominikanischen Republik, Herr Saul Abreu Luna teil. Aus Sankt Augustin waren der Technische Beigeordnete Rainer Gleß, der Leiter des städtischen Büros für Natur- und Umweltschutz Gerhard Kasper, Stefanie Otto (Stabsstelle Barrierefreie Stadt und Sonderprojekte) sowie Heiner Stienhans, Geschäftsführer der Organisation Ecoselva e.V. in Sankt Augustin, mit dabei.

Als Abschluss ihrer Reise lernte die Delegation aus Jarabacoa auch die Stadt Sankt Augustin näher kennen. In einem dreitägigen Programm besichtigten sie die Zentrale Abwasserbehandlungsanlage (städtische Kläranlage) sowie die Umladestation der RSAG und besuchten die Umwelt-AG des Rhein-Sieg-Gymnasiums sowie die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. In einem Arbeitskreis wurde über die Vorgehensweise bei der Stadtplanung in Sankt Augustin gesprochen und das Stadtentwicklungskonzept, der Flächennutzungsplan und der Bauleitplan als Instrumente der Flächenentwicklung erörtert. Zudem erfolgte ein offizieller Eintrag ins Goldene Buch der Stadt, an dem neben dem Bürgermeister, dem Technischen Beigeordneten und der Fachverwaltung auch Vertreterinnen und Vertreter der Politik teilnahmen.

Die Stadt Sankt Augustin wird zusammen mit Jarabacoa zwei Jahre lang ein Handlungsprogramm erarbeiten. Themen wie Abfall, Abwasser, Umweltbildung und nachhaltige Flächenentwicklung haben sich als mögliche Ansatzpunkte bereits herauskristallisiert. Die Erstellung erfolgt in einem Beteiligungsprozess mit kommunalen Akteuren, Politik und Zivilgesellschaft. Ziel des Handlungsprogrammes ist es, einen strategischen Rahmen für die Zusammenarbeit und übergeordnete Ziele sowie konkrete Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und Klimafolgenanpassung zu beschreiben. Das Handlungsprogramm ist auch die Grundlage für die Akquise weiterer Fördermittel über die SKEW und Engagement Global.

Die globalen Auswirkungen des Klimawandels können nur gemeinsam über Grenzen hinweg angegangen werden. Städte des globalen Nordens, wie Sankt Augustin, können von den Erfahrungen der Städte des globalen Südens, wie Jarabacoa, profitieren. Denn Jarabacoa hat schon länger mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Gleichzeitig können Städte wie Sankt Augustin ihre Erfahrungen und ihr Wissen teilen. Auch in Deutschland sind die Folgen des Klimawandels spürbar und Klimaanpassungsmaßnahmen in Planung. Dabei entsteht ein Austausch auf Augenhöhe. Zudem kann ein Euro, der in Kommunen des globalen Südens investiert wird, für das globale Klima insgesamt möglicherweise sinnvoller eingesetzt sein als ein Euro, der in Deutschland investiert wird. Dieser Zusammenhang wurde bei dem Internationalen Auftaktworkshop in Essen immer wieder von den Teilnehmenden bereits bestehender Klimapartnerschaften bestätigt.

Der Besuch der Delegation stieß bei den Teilnehmenden auf eine sehr positive Resonanz, ebenso die Idee der Kommunalen Klimapartnerschaft mit Jarabacoa. Der Rat der Stadt Sankt Augustin beschloss einstimmig die Teilnahme am Förderprogramm „Kommunale Klimapartnerschaften“.

Bild: Gerhard Kasper (Leiter des BNU), Stefanie Otto (Stabsstelle Barrierefreie Stadt und Sonderprojekte), Yunior Torres (Bürgermeister von Jarabacoa), Dr. Yikania Pichardu (Ratsfrau der Stadt Jarabacoa), Saul Abreu (Präsident von Plan Yaque), Rainer Gleß (Technischer Beigeordneter) und Heiner Stienhans (Geschäftsführer von ecoselva e.V. Sankt Augustin) beim Auftaktworkshop in Essen. Foto: Stadt Sankt Augustin

Quelle: Stadt Sankt Augustin