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Echternach-Preis für Fahrtensegler und IT-Spezialisten
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Echternach-Preis für Fahrtensegler und IT-Spezialisten

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Anno Klant (Foto) ist Träger des Hubert-Echternach-Preises 2020. Der Segel-Club Rhein-Sieg (SCRS) begründet dies unter anderem damit, dass Klant sein Wissen zum Fahrtensegeln, besonders von Gezeitengewässern, gerne teilt, dieses auch im Rahmen der Führerscheinausbildung einbringt. Auch abseits des Wassers hat sich der IT-Spezialist im Verein bewährt, indem er Vorstand und Mitglieder verlässlich durch das Internet surfen lässt. Nur so ist es möglich, dass beispielsweise Ausbildungen im Home-Schooling und digitale Seglerabende stattfinden können.

Der Hubert-Echternach-Preis wird seit 2010 als Wanderpreis vergeben. Gestiftet wurde der ehemalige Schiffskompass der Rheinfähre „Königswinter II“ durch den Fährmann Hubert Echternach. Dieser begann 1939 als Schiffsjunge, kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg zurück an den Rhein. Die Fähren lagen zu diesem Zeitpunkt zerstört auf Grund, Echternach half bei der Bergung und Überholung „seines“ Schiffs. Mit diesem setzte er in den folgenden Jahren viel Politprominenz über den Rhein. Bundeskanzler Konrad Adenauer gehörte auf dem Weg von seinem Wohnort Rhöndorf zum Dienstsitz in Bonn dazu, was Echternach den Beinamen „Kapitän des Alten“ einbrachte. „Meistens blieb Adenauer in seinem schwarzen Mercedes sitzen. Stets wurde die Limousine von einem weißen Porsche der Polizei eskortiert“, erinnerte er sich vor einem Jahrzehnt für die SCRS-Vereinszeitung „Flaschenpost“. Gerne dachte der Fährmann an das „Neujährche“ – 300 Deutsche Mark – zurück, das ihm der Regierungschef zum Jahresende überreichte. Zu Echternachts Fahrgästen zählten auch die britische Queen Elisabeth II., der französische Präsident Charles de Gaulle sowie der Schah von Persien, König Hussein von Jordanien durfte sogar das Ruder übernehmen. „Wenn er Prominenz an Bord hatte, fuhr Hubert Echternach immer extra langsam, damit seine Fahrgäste das Siebengebirgspanorama in vollen Zügen genießen konnten“, ist in der „Flaschenpost“ zum Jahreswechsel 2010/11 nachzulesen.

1960 wurde die Fähre von Dampf- auf Dieselantrieb umgerüstet, auch der besagte Kompass eingebaut. 1990 stellte die „Königswinter II“ den Betrieb ein. Vor dem Umbau zum Restaurantschiff, das heute als chinesisches Restaurant am Beueler Rheinufer festgemacht hat, sicherte sich Echternach den Richtungsweiser. Im Oktober 2010 lernte er über eine „Hundefreundschaft“ den SCRS kennen – und stiftete dem Verein das Erinnerungsstück, das seitdem vom Vorstand als „Anerkennung und Dank für ehrenamtliche Leistungsbereitschaft, die in besonderer Weise dazu beiträgt, unser Vereinsschiff sicher auf gutem Kurs zu halten“, so Vorstandsvorsitzender Johannes Firsbach, verliehen wird. Echternacht starb kurz vor der ersten Ehrung am 11. November 2010 im Alter von 86 Jahren.

Quelle: siegburgaktuell