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Die Wirkung der Düfte

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Ein Waldspaziergang, ein Tag am Meer, eine persönliche Auszeit. Die meisten Menschen verknüpfen Situationen automatisch mit bestimmten Düften. So entstehen Bilder im Kopf und in der Nase, die uns auch in der Beauty- und Kosmetikindustrie auf vielfältige Weise begegnen.

Hinter den Türen dieses Werks entstehen zahlreiche Beautyprodukte für den täglichen Bedarf. In der Produktion duftet es daher mal nach Minze, mal nach Sandelholz oder auch nach Zitrusfrüchten. Der richtige Duft ist bei der Herstellung ebenso wichtig, wie die Basisfunktion einer Lotion oder eines Duschgels.

Bevor der Duft ins Duschgel kommt, ist die Arbeit von Dr. Staib und seinem Team gefragt. Im angrenzenden Labor entwickeln sie neue Duftkonzepte. Ihre Wissenschaft nennt sich die Aromakologie.

Unzählige Essenzen und Extrakte findet man in dem Duftlabor. Die Bandbreite reicht von bekannten Alltagsgerüchen bis hin zu exotischen Düften. Obwohl man seinen Geruchssinn trainieren kann, so ist die Affinität zu Gerüchen bei den Meisten hier schon früh erkennbar.

Neue Duftkonzepte entstehen auf ganz unterschiedliche Weise. Mal ist das Team durch ein konkretes Duftöl inspiriert, mal sind es gesellschaftliche Trends, die man für Neukompositionen aufgreift. Seit vielen Jahren arbeitet man mit verschiedenen Parfumölhäusern zusammen.

Ob der Duft den gewünschten Effekt erzielt, das prüft man zusätzlich in psychophysiologischen Studien. Denn unser gesamter Körper reagiert auf Düfte. Mittels Sensoren werden vor und nach dem Duschen Daten aufgezeichnet. Professor Stürmer leitet die Studie.

Die Wohlfühlatmosphäre spielt beim sogenannten Verduschen eine wichtige Rolle. Damit sich die Probandin möglichst wie zuhause fühlt, finden solche Studien in einem Hotelzimmer mit Wellnessbad statt. Unser Geruchsempfinden ist nicht nur sehr individuell, es ist von vielen Faktoren beeinflusst.

Rund 50 Probanden nehmen an einer Verduschung teil. Die Einzelreaktionen ergeben abschließend ein Gesamtbild, das die beeinflussende Wirkung des Duftes offenbart.

In dieser Studie ist die gewünschte Wirkung bei über 80 Prozent der Teilnehmerinnen eingetreten. Das aktivierende Duftkonzept funktioniert.

Die Ergebnisse solcher Studien sind für die Produktentwicklung enorm wichtig. Dabei geht es keineswegs nur um die Bestätigung für einen „guten Riecher“.

Nach der Entwicklungsphase kann die Produktion starten. Das Duftkonzentrat wird mit der Basisemulsion des Produkts vermischt. Sobald alle Inhaltsstoffe gleichmäßig verteilt sind, geht es auch schon zur Abfüllung. Der Zitronenduft dieses Duschgels soll aktivieren und positiv stimmen. Der Name ist also Programm.

Ein feiner Geruchssinn und ein gutes Gespür für Trends und Bedürfnisse – diese Kombination sorgt immer wieder für neue Duftkreationen und neue Produkte in den Regalen der Drogerien. Und dank der kreativen Arbeit von Dr. Staib und seinem Team ist auch für jede Nase etwas dabei.

Quelle: Hellofootage