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Campusgarten an der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg

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#RheinSiegKreis #Nachhaltigkeit

Wie Klimawandel und Gartengestaltung zusammenhängen, erfahren die Studierenden der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg jetzt hautnah. Nun konnte im „Grünen“ der Hochschulgarten eingeweiht werden, der im Rahmen des Projektes „NEiS“ (Nachhaltige Ernährung im Studienalltag) konkrete Formen annahm.

Im Januar trat die Verbraucherzentrale NRW mit dem Unterfangen an die Hochschule heran. Schnell lag ein Konzept für die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Lehrern und 37 Studierenden auf dem Tisch. Es entstanden mehrere Hochbeete, klassisch mit Holzwänden, aus Paletten und eines mit einer Trockenmauer. Der Student Frederik Doose legte besonderen Wert auf eine Steinmauer, die auch Insekten und Kleintiere Lebensraum bietet. Neben Kräutern wurden auch diverse Gemüsesorten, von Paprika bis Tomaten, angepflanzt. Ein Netz schützt die Ernte dann vor geflügelten Mitessern. Ferner integrierten die fleißigen Gärtner noch einen Blühstreifen sowie Erdhügel für Insekten, der von einer Wetterstation flankiert wird. Man rundete alles mit Kästen für Vögel und Fledermäuse ab, die an den Bäumen ihren Platz fanden.

Nun steht jeden Freitagnachmittag Gartenarbeit im Kalender. Aber nicht nur das Pflegen des Anbaus füllt das Programm, ebenso auch die Sicherstellung der Bewässerung. Hier entwickelte man ein automatisiertes System, angetrieben von Solarzellen. Mit dem Campusgarten will man die jungen Menschen für die Gartenarbeit begeistern und vor allem für den Klimawandel sensibilisieren.

Ein weiterer Baustein ist eine „Nachhaltigskeits-Competition“, bei denen verschiedene WGs gegeneinander antreten. Ohnehin steht Nachhaltigkeit beim Nachwuchs stark im Kurs, denn die Hochschule verfügt bereits über ein „Clean Office“. Hier organisieren die Studierenden obendrein andere Maßnahmen und bringen neue Ideen ein, wie etwa das „Vertical Gardening“ an begrünten Fassaden.

Wenn es seine Zeit erlaubt, begegnet man in dem kleinen Paradies auch Dr. Argang Ghadiri, der unter freiem Himmel köstliche Gerichte zubereitet. Im Moment nutzt der Wirtschaftswissenschaftler und semiprofessionelle Koch noch Reste aus dem Kühlschrank, die jeder mitbringt, doch irgendwann sollten dann die eigens angebauten Zutaten in der Pfanne landen. Manche der Kräuter lassen sich jetzt schon nutzen.

Projektleiterin Professor Dr. Iris Groß ist der Meinung, dass man dem Klimawandel mit Entsiegelung von Flächen diesem entgegenwirken könnte. Sie bemerkt jedoch, dass das Anlegen von Gärten nicht das Problem darstellt, sondern es viel aufwändiger ist, versiegelte Flächen wieder zu renaturieren.“

Vielleicht nehmen die Studenten aus dem Projekt nicht nur die Erfahrung mit, sondern geben eines Tages diese Einstellung an ihre Kinder weiter.