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Bürgermeister trifft Kinder per Videokonferenz
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Bürgermeister trifft Kinder per Videokonferenz

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So etwas gab es noch nie: Am Freitag, den 17.04. hielt Lohmars Bürgermeister Horst Krybus eine Video-Konferenz der besonderen Art ab. Eingeladen war er per Link von den Kindern der „Agger-bogen Online Akademie“ und Kinderuni-Projektleiterin Andrea Herrmann. Die berichteten über ein innovatives, analog-digitales Ferienprogramm und nutzten die Chance, den Bürgermeister zum Thema Corona zu befragen. Wichtigste Frage: „Wann öffnet das Eisgeschäft in Lohmar wieder?“ Die Corona-Krise setzt jede Menge Kreativität frei und bringt innovative Projekte auf den Weg. Das bewies die „Aggerbogen Kinderuni“, die seit 2014 als Kooperationsprojekt der Naturschule Agger-bogen und der Kinderagentur „härmanz-Kinder|Medien|Forschung“ läuft. Schon Anfang März setzten sich Projektleiterin Andrea Herrmann und ihr Team zusammen und konzipierten das Projekt um: In eine Online-Akademie. „Wir haben uns vorgenommen, kreativ mit der Krise umzugehen. Wichtig war uns, die Kinder in dieser Situation nicht im Stich zu lassen und ihnen trotzdem ein spannendes Ferienpro-gramm zu bieten, bei dem sie aktiv mitwirken können.“ Und so wurde aus der geplanten Spurensuche im Landschaftsgarten des Aggerbogens… …ein neuartiges digitales und interaktives Krimicamp.
„Zunächst mussten wir klären, welche Familien Interesse haben und vor allem auch über die technischen Voraussetzungen verfügen,“ berichtet die Projektleiterin Andrea Herrmann dem Stadtoberhaupt in der Konferenz „und für einige der Eltern und unser Team galt es vorab, verschiedene technische und logistische Herausforderungen zu meistern. Aber wir haben das super zusammen hinbekommen, in Teamarbeit.“ Bei der Umwandlung des Projektes blieb das Kinderuni-Team dem Konzept der Methodenvielfalt treu und realisierte einen spannenden Mix aus digitaler Kommunikation und praktischem Arbeiten. Die an-gemeldeten Kinder erhielten im Voraus Materialpakete mit Spuren, Experimentiermaterial und verschie-denen Überraschungen – für jeden der Projekttage. Vier Tage lang arbeiteten die Mädchen und Jungs im Alter von 7 bis 11 Jahren dann mit diesem Indizien-Material und per Video-Konferenz mit dem Projektteam von härmanz an einem kniffligen Fall um einen Diamantendiebstahl. Mit detektivischem Eifer wurden Spuren untersucht, mit chemischen Experimenten Beweise erbracht und die Täter so schließlich geschnappt. Dazwischen gab es stets Bewe-gungsangebote und Pausen, denn Detektive müssen schließlich fit sein. Im Kopf übrigens auch – dazu errechneten die Kinder jeden Tag mittels Mathe-Knobelaufgaben eine von vier Zahlen eines Codes, mit dem am letzten Tag ein Tresor geöffnet wurde. Darin enthalten: ein Gutschein für ein gemeinsames Eisessen -natürlich nach Corona-spendiert von der Lohmarer Provinzial-Agentur Grossheim & Knipp, die die Kinderuni seit Anbeginn unterstützt. Daher stand die Frage, wann das Lohmarer Eisgeschäft wieder öffnet, im Gespräch mit dem Bürgermeister an allererster Stelle.
Bürgermeister Krybus war voll des Lobes: „Ich finde es super, was ihr da auf die Beine gestellt habt, großes Lob an alle Beteiligten. Besonders an unseren Kooperationspartner die Agentur härmanz für die Durchführung und die Provinzial-Agentur für die Unterstützung!“

Das Fazit aller Beteiligten fiel durchgehend positiv aus: „Es hat richtig Spaß gemacht. Ich kann es nur empfehlen, weil es mal was anderes war,“ findet Teilnehmer-Kind Lena und bekommt dafür Zustim-mung in Form von digitalen „Daumen hoch“-Signalen der anderen teilnehmenden Kinder. Diese Form des Feedbacks und vieles mehr haben sie in den täglichen Videokonferenzen gelernt und quasi ganz nebenbei ihre Medienkompetenz gestärkt. „Das trifft auf uns Eltern aber genauso zu,“ schmunzelt eine der Mütter, „ich selbst habe in den letzten Wochen digitale Quantensprünge gemacht und auch hierbei selbst viel gelernt.“
Projektleiterin Andrea Herrmann ist sehr zufrieden: „Das war wahnsinnig viel Arbeit und natürlich ein Experiment, aber das hat 1a geklappt. Und weil wir das jetzt wissen, werden wir schon bald weitere Kurse anbieten, um Kindern etwas Spannendes zu bieten. Denn die Zeit der Kontaktsperre geht ja weiter. Und die der Langeweile. Das Tolle ist: hier spielt die Entfernung keine Rolle, es können auch Kinder dabei sein, die nicht ‘um die Ecke‘ wohnen.“

Quelle: haermanz