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Bindungsentwicklung in Pflegefamilien

Bindungsentwicklung in Pflegefamilien

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Sankt Augustin – Die Kooperationsgemeinschaft Vollzeitpflege der rechtsrheinischen Jugendämter im Rhein-Sieg-Kreis und des Kreisjugendamtes bietet für ihre Pflegeeltern jedes Jahr ein Tagesseminar an. In diesem Jahr konnte Prof. Dr. Karl Heinz Brisch, ein herausragender Experte zum Thema „Bindungsentwicklung“ gewonnen werden.

Nach zweijähriger coronabedingter Pause fand das Angebot endlich wieder im bekannten Format statt. Rund 80 Pflegeeltern und Fachkräfte der Pflegekinderdienste waren der Einladung gefolgt und lauschten gebannt den sehr lebensnahen und unglaublich gut nachvollziehbaren Ausführungen des Referenten. Ihm gelang es, das breite Themenspektrum rund um das Thema „Bindung“ verständlich und praxisnah über den gesamten Tag zu vermitteln und die Teilnehmenden durchgängig in seinem Bann zu halten. Er betonte dabei die Bedeutung und Entstehung einer sicheren Bindung, erläuterte in vielen Beispielen unterschiedliche Bindungstypen und deren Auswirkungen auf das Verhalten eines Kindes.

Prof. Dr. Brisch ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Professor an der Privatuniversität Salzburg. Sein Forschungsschwerpunkt ist die frühe Eltern-Kind-Bindung. Er ist außerdem Autor zahlreicher Bücher zu den Themen „Bindungstheorien und Bindungsstörungen“.

Prof. Dr. Brisch betonte die besondere Bedeutung der Feinfühligkeit in der Eltern-Kind-Beziehung. „Bindung ist für das Leben so grundlegend wie die Luft zum Atmen und Ernährung“, so eines seiner wichtigen Statements.

Dankbar und inspiriert nahmen die Pflegeeltern und Fachkräfte die Informationen und Anregungen auf. Insbesondere die spezifische Bindungsentwicklung von Pflegekindern birgt Herausforderungen, die aufgrund von deren zumeist schwierigen Biographien den Pflegeeltern eine besondere Aufmerksamkeit abverlangen. Prof. Dr. Brisch gelang es zu allen Fragestellungen Lösungsansätze darzustellen und den Pflegeeltern sehr viel Mut und Zuversicht für ihre Aufgabe mit auf den Weg zu geben. Er verglich die Aufgabe von Pflegeeltern mit einer „Achterbahnfahrt“, bei der man sich immer auf neue Kurven und Wegstrecken einstellen muss.

„Sie hätten keinen besseren Referenten einladen können. Er hat einen perfekten Zugang zum Thema geschaffen!“, so eine begeisterte Pflegemutter.

Die angenehme Atmosphäre im Haus Menden trug ihr Übriges zum Gelingen der Veranstaltung bei und auch für das leibliche Wohl war Dank eines Caterers gut gesorgt.

Auch die Fachkräfte äußerten sich mit dem Ergebnis des Tages hoch zufrieden.

Simone Brede vom Kreisjugendamt bedankte sich im Namen aller bei Prof. Dr. Brisch mit den Worten: „Es ist Ihnen gelungen, den Spannungsbogen über die gesamte Veranstaltung für alle Beteiligten hoch zu halten und ein so herausforderndes Thema in sensibler Art und Weise mit Blick auf die Pflegekinder zu vermitteln.“

Die Kooperationsgemeinschaft beschäftigt sich bereits jetzt mit der Planung der nächsten Veranstaltungen für ihre Pflegefamilien.

Wer Interesse an der Tätigkeit als Pflegeeltern hat und sich informieren möchte, wendet sich an Frau Lahn-Abed vom Bezirkssozialdienst der Stadt Sankt Augustin unter Tel.: 02241/243-538 oder per E-Mail: c.lahn-abed@sankt-augustin.de.

Bild: Prof. Dr. Karl Heinz Brisch beim Vortrag im Haus Menden. Foto: Jugendamt Troisdorf

Quelle: Stadt Sankt Augustin