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Zukunft braucht Herkunft erfolgreiche Kooperation im Rhein-Sieg-Kreis
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Zukunft braucht Herkunft erfolgreiche Kooperation im Rhein-Sieg-Kreis

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„Zusammenarbeit von Schule mit dem sozialen Umfeld von Kindern und Jugendlichen nach Flucht und Zuwanderung“ lautete der Titel der dritten Kooperationsveranstaltung zwischen dem staatlichen Schulamt für den Rhein-Sieg-Kreis, dem Kommunalen Integrationszentrum des Rhein-Sieg-Kreises und dem Schulpsychologischen Dienst des Kreises.

Welches Bild von Schule haben Kinder, Jugendliche und Eltern, die aus einer anderen Kultur nach Flucht oder Zuwanderung nach Deutschland kommen? Mit welchen Schwierigkeiten werden die Schulen konfrontiert? 70 interessierte Lehrkräfte beschäftigten sich mit diesen Fragen und vielen weiteren Themen in den Vorträgen und Workshops der beiden Veranstaltungen in Bornheim und Eitorf.

Dass für eine gelingende Integration die Kooperation mit dem familiären Umfeld von großer Bedeutung ist, darin waren sich alle mitwirkenden Fachkräfte einig, aber auch darin, dass die in Schule bewährten Modelle von Elternarbeit oft nicht ausreichen. Fehlende Informationen über das deutsche Schulsystem und geringe Sprachkenntnisse sind erste Hürden, mit denen sich Lehrkräfte konfrontiert sehen. Solche Probleme können aber oft mit Hilfe von beispielsweise Dolmetscherinnen oder Dolmetschern abgebaut werden.
Zum Lebensumfeld von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und deren Familien gehören häufig Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler. Ebenso spielen Gastfamilien, Jugendämter und Vormünder eine wichtige Rolle – auch in der Kooperation mit der Schule.

Es gab viele konkrete Beispiele für gelungene Kooperation und Integration, aber auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen wurden offen diskutiert. So führen unterschiedliche politische und religiöse Überzeugungen oder Bleibeperspektiven der Jugendlichen und ihrer Familien nicht selten zu Auseinandersetzungen im schulischen Alltag. Die Kooperation mit außerschulischen Institutionen und die Unterstützung durch kommunale Netzwerke haben sich dabei sehr bewährt. Für die teilnehmenden Lehrkräfte war der Erfahrungsaustausch mit außerschulischen Fachleuten und auch untereinander deshalb umso wichtiger, als dabei bestehende Kontakte gepflegt und neue geknüpft werden konnten.

„Wir als Rhein-Sieg-Kreis wollen den Austausch und die Zusammenarbeit aller Beteiligten fördern, denn Netzwerke sind sehr wertvoll – von ihnen profitieren alle Akteure. Der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus bereichert und ist ein Gewinn für alle“, freut sich Kreisdirektorin Annerose Heinze.

Quelle: Stadt Siegburg