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Spannende Erfahrungen aus der Begegnung mit Medienschaffenden Quelle: Stadt Troisdorf
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Spannende Erfahrungen aus der Begegnung mit Medienschaffenden Quelle: Stadt Troisdorf

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Neue spannende Erfahrungen sammeln derzeit an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Studierende der Studiengänge Technikjournalismus und Technik- und Innovationskommunikation in der Begegnung mit Medienschaffenden, die aus ihren Heimatländern nach Deutschland flüchten mussten. Zusammen bringt diese beiden Gruppen in diesem Semester ein Workshop mit dem Titel „Journalisten aus Kriegs- und Krisenregionen“. Er findet im Rahmen der Reihe „Respekt! Zeit für Nachhaltigkeit, Zeit für Vielfalt“ statt. Teilnehmerin ist auch die in Troisdorf lebende Libanesin Jinane Merhej. In ihrer Wahlheimat Dubai war sie als Radio- und Fernsehmoderatorin tätig, bis sie der Staat mitsamt ihrer Familie von einem Tag auf den anderen zur sofortigen Ausreise zwang. Mit ihren drei Kindern lebt sie derzeit in der Flüchtlingsunterkunft Im Laach. Die Begegnung mit den Studierenden aus Deutschland und den gegenseitigen Austausch schätzt Jinane Merhej sehr, denn die Medienarbeit fehlt ihr. In einer Kleingruppe innerhalb des Workshops beschäftigen sie und ihre MitstreiterInnen sich mit dem unterschiedlichen Konsumverhalten von Geflüchteten und Menschen aus Deutschland.

Es soll auch ermittelt werden, wie beide Gruppen das Konsumverhalten der anderen wahrnehmen. Für Jinane Merhej ist das Resultat ihrer Arbeit an diesem Thema noch offen. „Ich bin noch nicht sicher, ob wir am Schluss mit gesicherten Erkenntnissen aufwarten können, aber das muss auch gar nicht das Ziel sein“, ist sie überzeugt. Im Mittelpunkt stehen das Kennenlernen und der Erfahrungsaustausch.

Der größte Wunsch der Journalistin ist es, wieder arbeiten zu können und für sich und ihre drei Kinder in Deutschland eine Existenz aufbauen zu können. Eine der Töchter ist körperbehindert und auf den Rollstuhl angewiesen, was den Alltag für die Familie noch schwieriger macht. „Wenn es mir nicht möglich sein sollte, wieder als Journalistin zu arbeiten, könnte ich mir auch vorstellen, mich selbständig zu machen mit der Herstellung und dem Verkauf von libanesischem Backwerk. Das schmeckt nämlich sehr gut“, sagt die 41-Jährige, deren Asylantrag bereits positiv beschieden wurde. Doch jetzt geht es für sie erst einmal darum, den Alltag mit drei Kindern in der Flüchtlingsunterkunft zu bewältigen und schnell deutsch zu lernen. „Meine Kinder sind da schon viel fitter als ich, die lernen es von ihren Klassenkameraden und über den Schulunterricht“.