Ideal einer Stadt
Architektur und Philosophie im Stadtmuseum
Die Ausstellung "Many coloured objects placed side by side" mit Werken von Stefan Hoenerloh wird morgen um 11.30 Uhr im Stadtmuseum eröffnet. Sie ist zum 18. März zu sehen.

Stefan Hoenerloh malt Ansichten und Ausschnitte von Stadtarchitekturen, die nicht abbildhaft sind in dem Sinne, eine spezifische Örtlichkeit wiederzugeben. Hoenerloh konstruiert aus architektonischen Versatzstücken neue Topografien. Seine assoziativen Bezüge liegen aber auf der Hand: vor allem Rom, aber auch Berlin, Paris und andere europäische Großstädte scheinen darin auf. Die Gebäude, aus denen Stefan Hoenerloh seine Ansichten zusammenfügt, stammen aus der Zeit der Renaissance bzw. des Klassizismus.
Hoenerlohs Architekturen sind stets menschenleer. Keine dekorativen Accessoires erinnern daran, dass hier einst Menschen gelebt hätten. Die dunklen Höhlen der Fensteröffnungen blicken leer, das Fensterglas spiegelt matt nur den diesigen Himmel wider. Die Oberfläche ist angegriffen, die Patina verleiht den Bauten einen morbiden Charakter. Reine Endzeit-Ästhetik? Nein, das greift zu kurz. Hoenerloh erschafft hier eine Utopie, das Idealbild (s)einer Stadt. Diese besteht ausschließlich aus dem von ihm favorisierten Baustil, stets aufeinandergesetzt. Immer weiter, immer höher. Ein Kontinuum, das im Laufe der Jahrhunderte Moos ansetzt.














