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Der Buchsbaumzünsler Quelle: Stadt Lohmar
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Der Buchsbaumzünsler Quelle: Stadt Lohmar

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Kahlgefressene Buchsbäume im Garten sind momentan ein großes Ärgernis. Schuld daran ist die bis zu fünf Zentimeter große Raupe des Buchsbaumzünslers. Die Raupe des aus Asien stammenden Buchsbaumzünslers ernährt sich ausschließlich von den Blättern des Buchsbaums.
Was kann man nun tun, um seine Buchsbäume vor der nimmersatten Raupe zu schützen?

Im Handel werden verschiedene Präparate angeboten. Einige von ihnen enthalten Thiacloprid. Diese Schädlingsbekämpfungsmittel sind zwar wirkungsvoll, aber auch wahre „Chemiekeulen“ und hochgiftig für alle anderen Insekten und somit mittelbar auch für die Vögel, die am Ende der Nahrungskette stehen. Der NABU rät deshalb vom Einsatz dieser Insektizide ab. Zumal auch sie keine Garantie geben, dass hinterher der Garten von der Schmetterlingsraupe befreit ist. „Solange in irgendeinem Garten nur ein paar der Raupen überleben, ist es so gut wie sicher, dass Buchsbäume wieder besiedelt werden“, sagt Hannegret Krion, Vorsit-zende des NABU Rhein-Sieg.
Der Naturschutzbund rät zum Einsatz von naturverträglicheren Mitteln auf der Basis von Teebaumöl oder zur Handarbeit: „Ich empfehle, einmal in der Woche die Buchsbüsche systematisch abzusammeln“, so Krion. Gerade Spatzen sind fleißige Helfer, da sich mit Vorliebe die Raupen aus den Sträuchern picken. Wer also seinen Garten naturnah gestaltet und auch mal ein Wasserschälchen für durstige Vögel herausstellt oder ei-nen Nistkasten aufhängt, bekommt Unterstützung beim Absammeln der Zünsler. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass das Absammeln per Hand eine mühsame Angelegenheit ist, da sich die Rau-pen in den dichten Büschen gut verstecken können. Auch muss das Bio-Spritzmittel nach jedem starken Regenguss erneut aufgetragen werden. NABU-Mitglied Doris Hildebrand war der Aufwand auf Dauer zu hoch. Nach drei Jahren mühevoller Pflege gab sie auf: „Der Frust über wieder entdeckte neue Raupen war groß, das Kreuz tat weh und so haben wir allen Buchs ausgegraben.“

Der Verzicht auf Buchsbäume im eigenen Garten und das Ausweichen auf eine alternative Gartenbegrünung kann also unter Umständen die sinnvollere Lösung sein. „Mittlerweile erfreuen wir uns an unseren Ersatzpflanzen Ölweide (Elaeagnus ebbingei) und Duftblüte (Osmanthus Burkwoodi). Beide haben schon einen Winter hinter sich, sehen schön aus und sind außerdem eine Freude für Bienen und andere Insekten und last but not least: Unsere Vögel brauchen keine giftbeladenen Insekten zu verspeisen. So kann ich wieder total entspannt auf den Garten blicken und kein weißes Gespinst der Buchsbaumzünsler setzt mich in Alarmbereitschaft“, berichtet Hildebrand. Mit Sicherheit wird sich der Buchsbaumzünsler weiter verbreiten. Aus eigener Kraft bewegt er sich mit einem jährlichen Radius von etwa fünf Kilometern. Da der Buchsbaum jedoch auch verkauft und transportiert wird, haben die Raupen als blinde Passagiere die Möglichkeit, sich weit-läufiger zu verbreiten. Ein Ende des Zünsler-Befalls ist also nicht zu erwarten.
Befallener Grünschnitt kann über die Biotonne oder über Beistellsäcke für Bioabfall zum Preis von 2,50 EUR entsorgt werden. Diese können am Leerungstag der Biotonne verschlossen am Straßenrand zur Abholung bereitgestellt werden. Ihr Volumen beträgt 100 Liter. Die Verkaufsstellen der Jutesäcke findet man im Abfallkalender. Von der Kompostierung befallener Buchspflanzen im eigenen Garten rät die RSAG dagegen ab, da im Komposthaufen nicht die zur Abtötung nötigen Temperaturen er-reicht werden. In den Kompostmieten der Entsorgungsanlagen herrschen Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius, bei denen der Schädling nicht überleben kann.
Kontakt: Naturschule Aggerbogen, Dr. Manuela Giannetti. Tel.: 02206 21 43