„und Tschüss“ – Aktion Abbau Schilderwald wird linksrheinisch fortgesetzt
298 Verkehrsschilder in Wachtberg können entfallen
Was bisher nur im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis geschah, wird nun linksrheinisch fortgesetzt: Mit der Aktion „und Tschüss“ nimmt das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises gemeinsam mit Vertretern der Polizei, den Straßenbaulastträgern sowie weiteren Fachleuten von ADAC, ADFC oder Verkehrsbetrieben, sämtliche Verkehrsschilder unter die Lupe und prüft, auf welche Schilder verzichtet werden kann. Ziel dieser Verkehrsschauen ist es, die Anzahl der Verkehrsschilder im Rhein-Sieg-Kreis zu verringern und damit den Straßenraum für die Verkehrsteilnehmer übersichtlicher und damit sicherer zu machen.
Die erste Verkehrsschau im linksrheinischen Zuständigkeitsbereich der Straßenverkehrsbehörde des Rhein-Sieg-Kreises wurde nun in der Gemeinde Wachtberg durchgeführt. Jetzt sollen hier die ersten verzichtbaren Schilder mit gelben Folienbeuteln, verhangen werden. Nach einer Probephase werden diese dann ganz entfernt. Kreisdirektorin Annerose Heinze und Wachtbergs Bürgermeister Theo Hüffel stellten die Ergebnisse der Verkehrsschau vor.
„Die Überfrachtung des Verkehrsraumes durch zu viele unnötige Schilder führt unweigerlich zu einer Überforderung der Verkehrsteilnehmer, die schnell in Unachtsamkeit im fließenden Verkehr und Gleichgültigkeit gegenüber allen Verkehrszeichen und –regeln umschlagen kann“, sagte Kreisdirektorin Annerose Heinze, „die Verkehrsschauen und der Abbau des Schilderwaldes tragen daher zu einer deutlich größeren Sicherheit im Straßenverkehr bei“.
„Wir neigen oft zu einer Überreglementierung. Im Rahmen der Verkehrsschau wurden die Verkehrszeichen, die oft im Rahmen von Einzelsituationen aufgestellt werden, in ihrem Gesamtzusammenhang überprüft. Die erstaunliche Zahl der Verkehrszeichen, die jetzt abgebaut werden, führt zu mehr Übersichtlichkeit und Sicherheit im Verkehr und trägt zudem zu einer Aufwertung unseres Ortsbildes bei“, bewertet Bürgermeister Theo Hüffel die Verkehrsschau.
Rund 210 Kilometer Straßennetz wurden von den Verkehrsexperten in der Gemeinde Wachtberg abgefahren und begutachtet. Das Ergebnis: 298 Schildern können nach erster Einschätzung abgebaut werden, 72 müssen ausgetauscht werden.
Die verzichtbaren Schilder werden aber nicht sofort abmontiert, sondern zunächst mit einem Plastiksack verhüllt. Dieser ist in einem auffallenden „gelb“ gestaltet und trägt neben den Bezeichnungen der Straßenverkehrsbehörde, der Polizeibehörde und des unterstützenden ADAC die Aufschrift „und Tschüss“. So kann zunächst beobachtet werden, ob die Verkehrsteilnehmer durch ihr Verhalten bestätigen, dass die Beschilderung in der Tat überflüssig ist. Erst wenn dies der Fall ist, werden die Schilder nach rund vier Wochen endgültig entfernt.
An der Verkehrsschau in Wachtberg waren neben dem Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises Vertreter der Gemeinde Wachtberg, des Polizeipräsidiums Bonn, des Landesbetriebes Straßen NRW, des ADAC und der Regionalverkehr Köln GmbH beteiligt.
Dieter Siegberg, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Sieg-Kreises, kündigte zudem eine Premiere an: „Am 16. September findet in Wachtberg die erste Radwegeverkehrsschau in der Zuständigkeit des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Sieg-Kreises statt Anstelle des ADAC nimmt dann naturgemäß der ADFC teil.“
Die Straßenverkehrsbehörde des Rhein-Sieg-Kreises ist als verkehrsrechtliche Anordnungsbehörde zuständig für die acht Gemeinden des Kreises: rechtsrheinisch sind dies Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth und Windeck, linksrheinisch Alfter, Swisttal und Wachtberg. Die Gemeinden haben zusammen rund 150.000 Einwohner und verfügen über ein Straßennetz von 1.874 Kilometer, das sich aufteilt in rund 64 Kilometer Bundesstraßen, 216 Kilometer Landstraßen, 124 Kilometer Kreisstraßen und 1.470 Kilometer Gemeindestraßen
Üblicherweise wird bei allen Ortsterminen, an denen das Straßenverkehrsamt beteiligt ist, die vorhandene Beschilderung und Markierung geprüft. Dabei wird primär darauf geachtet, ob die Sicherheit und Leichtigkeit des fließenden Verkehrs gewährleistet ist.
Ist dies nicht der Fall oder sind die Verkehrszeichen überfrachtet, wird dies umgehend geändert. Da dies jedoch immer nur punktuelle Überprüfungen sind, führt das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises seit Juni 2008 zusätzlich Verkehrsschauen in den Gemeinden durch. Die Verkehrsschauen in den Gemeinden Swisttal und Alfter werden bis Endes des Jahres durchgeführt sein.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden in der Zuständigkeit des Straßenverkehrsamtes des Kreises können unter den Telefonnummern 0224113 -2004, -2006, - 3049, - 3298 oder per Mail verkehrssicherheit@rhein-sieg-kreis.de Anregungen geben, wo nach ihrer Auffassung der Schilderwald gelichtet werden sollte oder Schilder ersetzt, gereinigt oder instand gesetzt bzw. besser erkennbar gemacht werden müssen.
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