Post fuhr einst elektrisch
Mobilität aus der Steckdose - schon vor 60 Jahren!
Das Zauberwort in der Automobilindustrie heißt Elektromobilität. Von A nach B ohne CO2-Ausstoß, dazu ist der Stopp an der Steckdose wesentlich günstiger als der an der herkömmlichen Kraftstofftankstelle. Innovative Ideen des neuen Jahrtausends.
Wer das denkt, sollte sich mal mit Franz-Günther Höfer aus der Gneisenaustraße unterhalten. Höfer hat schon in den frühen 50er Jahren in einem Elektroauto gesessen. Sein 'E-Mobil' gehörte dem Arbeitgeber, der Post, die damals massenhaft auf den elektrischen Antrieb setzte. Höfer: "Ich habe in der Lehre zwischen 1951 und 54 mit einem solchen Gefährt Pakete in der Stadt ausgefahren." Mit einem Schmunzeln erinnert er sich an die Handkurbel, die er statt eines Gaspedals betätigte, und an die klobige Batterie unter seinen Füßen. Seine Fahrerlebnisse gibt er in der neuesten Ausgabe der städtischen Seniorenzeitschrift "65er Nachrichten" zum Besten.
"Ich habe kein Bild von dem Auto, sonst hätte ich es eingeschickt", stellte er mit Bedauern fest. Wir machten uns auf die Suche nach dem Vorreiter heutiger Elektroautos in Siegburg. Die richtige Anlaufstelle ist das Frankfurter Museum für Kommunikation. Hierhin wanderten alle Schätzchen der einstigen Bundespost. Nur wenige Minuten nach unserer Anfrage bekamen wir eine E-Mail mit obigem Bild. In der Maschinenfabrik Esslingen am Neckar (kurz ME) fertigte man ab 1952 das Modell EL 2500 E. 12,5 Kilowatt Motorleistung, 28 km/h Höchstgeschwindigkeit. In Freiburg war der schwäbische Schleicher sogar bis 1975 im Einsatz.
Die "65er Nachrichten" gehen dieser Tage wieder in einer Auflage von 8.000 Stück an alle Kreisstädter über 65 und an ehemalige Siegburger "all over the world". Im Rathaus sind letzte Exemplare erhältlich.
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