Hilfe für Haitis Erdbebenopfer
Unterstützung der Wiederaufbauarbeit der Salesianer Don Bosco
In der Nacht vom 12. auf den 13. Januar dieses Jahres wurde Haiti von einem verheerenden Erdbeben erschüttert. Auch jetzt - nach etwa sechs Monaten – kommen die Aufräumarbeiten nur mühsam voran. Noch immer leben die Menschen unter unmenschlichen Bedingungen in notdürftigen Behausungen. Auch wenn das Leid der Menschen auf Haiti in den Schlagzeilen durch andere Nachrichten verdrängt wurde, sind die internationalen Hilfsorganisationen nach wie vor bemüht, sie mit Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten zu versorgen. Auch die Salesianer Don Bosco, die bereits seit 70 Jahren auf Haiti tätig sind, versuchen zurzeit ihre zerstörten Schulen, Straßenkinderzentren und Berufsschulen wieder aufzubauen. Bei diesem Anliegen möchte der Rhein-Sieg-Kreis die Salesianer Don Bosco mit dem Spendenaufruf „Hilfe für Haiti“ unterstützen, in dem Wissen, dass die initiierten Hilfen auch unmittelbar bei den betroffenen Menschen ankommen.
Gemeinsam mit Landrat Frithjof Kühn informierte vor kurzem der Leiter der Don Bosco Mission in Bonn, Bruder Jean-Paul Muller, über die Situation vor Ort und die Bemühungen den Wideraufbau voran zu bringen. Unterstützt wurden sie dabei von Pater Attilio Stra, der seit 34 Jahren in Haiti lebt und bei dem Beben schwer verletzt wurde sowie Brigitte Böker, Europabeauftragte des Kreises. Bei dem Beben wurde unter anderem die Don Bosco Schule in Gressier, westlich der Hauptstadt Port-au-Prince, fast vollständig zerstört. Rund 150 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 6 und 18 Jahren besuchten vor dem Beben die Grund- und Sekundarschule, 43 von ihnen – die meisten ehemalige Straßenkinder und Waisen – wohnten im Internat. Diese Schule soll nun schnellst möglich wieder aufgebaut und auf 350 Schul- und 150 Internatsplätze ausgeweitet werden. Der Bedarf ist groß, denn viele Kinder und Jugendlichen sind durch das Beben obdachlos und zu Waisen geworden. „Die Menschen wissen, dass nur eine gute Schulbildung auch gute Zukunftsperspektiven eröffnet“, sagte Bruder Jean-Paul Muller. „Die Kinder und Jugendlichen erhalten bei Don Bosco in Gressier die Möglichkeit einer qualitativ guten Schulbildung, die sie befähigt ihre eigene Entwicklung in die Hand zu nehmen und die Zukunft ihrer Gesellschaft mit zu gestalten. “Pater Attilio Stra möchte, trotz seiner Verletzungen die er sich zugezogen hat, als unter den Trümmern einer Schule begraben wurde, so bald wie möglich nach Haiti zurückkehren. Die Kinder und Jugendlichen bräuchten jetzt den Schutz mehr den je um unseriösen Adoptionsvermittlern oder Organhändlern zu entgehen. Zudem bräuchten sie schnellst möglich wieder einen geordneten Tagesablauf und vor allem aber eine Zukunftsperspektive. Er und Bruder Jean-Paul Muller berichteten zu dem über die Schwierigkeiten mit den Behörden vor Ort, über endlose Zollprozeduren bei der Einfuhr von Hilfsgütern und die Probleme die durch das Fehlen der Infrastruktur sowie einer funktionierenden Verwaltung entstehen. „Haiti ist jedoch nicht ‚hopeless’“, machte Pater Attilio Stra Mut, „beim Wiederaufbau reicht es nicht aus, eine Kopie der Vergangenheit herzustellen, vielmehr müssen wir überlegen, was braucht Haiti in den nächsten 10 Jahren“.
2004 hatte der Rhein-Sieg-Kreis die Salesianer Don Bosco bereits bei der Hilfe für die Opfer der Tsunamikatastrophe im indischen Ozean unterstützt. Brigitte Böker erläuterte, das der Arbeitskreis Europa beim Rhein-Sieg-Kreis sich dazu verpflichtet habe auch über den Tellerrand Europas hinaus zu schauen. Das habe man bereits bei dem Projekt in Kambodscha getan und dies wolle man nun mit der Unterstützung für Haiti fortsetzen. Neben dem Spendenaufruf an die Bürgerinnen und Bürger des Rhein-Sieg-Kreises, unter der Schirmherrschaft von Landrat Frithjof Kühn, wurden Berufskollegs, Schulen und die Städte und Gemeinden gebeten sich dem Projekt anzuschließen, in dem sie beispielsweise Don Bosco bei Wohltätigkeitsveranstaltungen als „Charity Partner“ benennen. Zudem ist eine Wanderausstellung in Vorbereitung, die voraussichtlich Anfang 2011 zunächst im Foyer des Kreishauses in Siegburg gezeigt werden wird.
„Die Menschen sollten Vertrauen haben in bewerte Institutionen wie Don Bosco“, appellierte Landrat Frithjof Kühn, „denn wenn Menschen wie Pater Attilio Stra bereit sind sich in Lebensgefahr zu bringen, muss es für eine wichtige Sache sein und das Wichtigste ist, Menschen in die Lage zu versetzen sich selber zu Helfen und das gelingt am Besten mit einer guten Ausbildung.“
Wer Spenden möchte kann dies tun an die:
Don Boscos Mission,
Spendenkonto:223 780 15 • BLZ 370 601 93 • Pax Bank
Stichwort: Wiederaufbau Haiti
Don Bosco Jugend Dritte Welt e.V.
Projektkonto: 200 870 005 • BLZ 370 605 90 • Sparda Bank West
Stichwort: Wiederaufbau Haiti
Selbst eine kleine Spende trägt dazu bei, die Not der Opfer dieser Katastrophe zu lindern!
Der christliche Orden der Salesianer Don Boscos hat sich dem Leitbild des italienischen Priesters Don Giovanni Bosco verschrieben. Die Don-Bosco-Familie setzt sich dafür ein, dass das Leben insbesondere benachteiligter junger Menschen gelingt. Die Salesianer Don Boscos organisieren auf Haiti und über 130 anderen Ländern Schul- und Berufsbildungsprogramme für Straßenkinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien.
Die Arbeit der Salesianer hat auf Haiti hat im Jahr 1950 begonnen. Vor dem Erdbeben waren 67 Salesianer in dem oft als "Armenland der Karibik" bezeichneten Land tätig. Sie wirken in Einrichtungen an sechs verschiedenen Standorten. Es gab vier Jugendzentren, drei Pastoral-/Sozialzentren, drei Vor-/Grundschulen, zwei weiterführende Schulen und zwei Berufsbildungszentren.
Nach dem verheerenden Erdbeben im Januar 2010 liegt Haiti in Trümmern. Immer noch leben zahlreiche Menschen auf der Straße oder in Zelten. Auch fast alle Don Bosco Einrichtungen haben durch das Erdbeben immense Schäden erlitten. Die Kosten werden mit bis zu 100 Millionen US Dollar und mehr angegeben.
Die Salesianer Don Bosco haben bereits Schulunterricht in den Trümmern organisiert, um den vielen Kindern und Jugendlichen, die sich in den Trümmern aufhalten, wieder ein Stück Normalität zu geben und neue Zukunftsperspektiven zu schaffen.
Insgesamt versorgen die Salesianer zurzeit ca. 16.000 Erdbebenopfer, die auf ihren Höfen in Zelten Zuflucht gefunden haben.
www.donboscomission.de www.jugend-dritte-welt.de
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