Großer Brot-Test im Kreishaus
Bäckerbetriebe aus der Region ließen Qualität ihrer Brote und Brötchen prüfen
Zum wiederholten Mal stellten sich Bäckerbetriebe aus der ganzen Region den kritischen Gaumen, Augen und Händen von Karl-Ernst Schmalz vom Institut für Qualitätssicherung von Backwaren (IQBack) und Bernd Rott, Obermeister der Bäckereiinnung Bonn/Rhein-Sieg, bei der Brot- und Brötchenprüfung im Foyer des Kreishaus.
In einem mehrstufigen Prüfungsverfahren wurden die vorliegenden 96 Brote und 21 Brötchen auf Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaften, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität sowie Geruch und Geschmack getestet.
Bei den vielen unterschiedlichen Sorten, deren Rezepte je nach Geschmack des Bäckermeisters variieren, fällt es nicht leicht, ein endgültiges Urteil zu fällen. „Doch persönliche Vorlieben des Prüfers müssen zu Hause bleiben“, erklärt Karl-Ernst Schmalz, „was zählt, ist die Erfüllung des Prüfschemas, was an jede Brotsorte unterschiedliche Anforderungen stellt“. So darf Weißbrot ruhig ein wenig locker und mit Luftlöchern ausgefüllt sein, während dies bei Vollkornbrot Punktabzug in der Wertung bedeutet. Nur wenn das Produkt allen Anforderungen zu hundert Prozent gerecht wird, erhält es das Zertifikat in Gold. Die ausgestellten Zertifikate in Gold und Silber dienen dann nicht nur dem Bäcker, sondern vor allem dem Kunden als Nachweis der hohen Qualität der Backwaren.
Gleichwohl viele verschiedene Brot- und Brötchensorten vorgelegt wurden, lässt sich in den vergangenen Jahren ein Trend zur mediterranen Backwaren, wie Ciabatta und Focaccia, feststellen. Auch das Weizenprodukt ist gegenüber dem Roggenbrot populärer geworden. Zunehmend gelangen jedoch auch saisonale und regionale Zutaten in die Rezepte der Bäcker: So finden Brote mit Karotten, Kartoffeln, Kräuter, Tomaten und Oliven immer mehr Anklang bei der Bevölkerung, insbesondere zur Grillsaison.
Alles in allem waren die beiden Prüfer überaus zufrieden mit dem Ergebnis der diesjährigen Prüfung. „Insgesamt zeichneten sich die vorgelegten Backwaren durch gute Qualität und eine große Artenvielfalt aus“, bemerkte Bernd Rott zufrieden.
„In Deutschland besteht eine einzigartige Tradition der Bäckerkunst, die im Vergleich zu anderen Ländern unterschiedlichste Getreidearten verwendet“, betont Dr. Hanns von den Driesch vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Rhein-Sieg-Kreises, „und die diesjährige Brotprüfung liefert den besten Beweis dafür“.
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