Der Winter kann kommen
Der Bonner Nahverkehr ist gut auf Schnee und Eis vorbereitet
Wenn es schneit und friert sollen die Fahrgäste von SWB Bus und Bahn trotzdem sicher an ihr Ziel kommen. Das ist der Ansporn für die Männer im Winterdienst der Stadtwerke Bonn. Sie sorgen dafür, dass die Bahnhaltestellen gestreut und bei starkem Schneefall die Rillen der Straßenbahngleise geräumt werden. 48 Mitarbeiter stehen dafür rund um die Uhr in Bereitschaft.
In den kommenden Wochen müssen sie jederzeit damit rechnen, dass sie nachts oder am Wochenende ausrücken müssen. Bei plötzlichem Schneefall oder Eisregen sind sie im Streckennetz gefordert. Ganz ohne Vorwarnzeit geschieht das nicht: In den frühen Morgenstunden schickt der Bonner Wettermann Dr. Karsten Brandt seine aktuelle Vorhersage an die SWB-Leitstelle und gibt damit den Hinweis, ob der Winterdienst ausrücken muss, oder nicht. Wie es wirklich im Streckennetz in den frühen Morgenstunden aussieht, erfährt die Leitstelle auch von den Fahrerinnen und Fahrern, die ihre Hinweise als mobile Wettermelder an die Leitstelle weiter geben.
SWB-Winterdienst rückt mit starker Besatzung aus
Der SWB-Winterdienst kümmert sich um die 69 oberirdischen Stadt- und Straßenbahnhaltestellen, die elf Zugänge zu den U-Bahn-Bereichen sowie die Liegenschaften der Stadtwerke Bonn. Pro Winterdiensteinsatz drehen die Teams auf fünf vorgegebenen Touren ihre Runden: auf der Stadtbahnlinie 66 zwischen Siegburg und Bad Honnef/Ramersdorf vor allem in Beuel und auf der Kennedybrücke, auf den Citylinien 61/62 zwischen Auerberg, Poppelsdorf und Dottendorf sowie an den oberirdischen Bahnhaltestellen der Linien 16/63 und 18/68 im Stadtgebiet.
Dabei kommen im Schichtwechsel immer fünf Teams mit jeweils drei Mitarbeitern zum Einsatz. Sie befreien rund 33.000 Meter Rillen der Straßenbahngleise, ca. 25 Prozent des gesamten Bonner Gleisnetzes (125,36 Kilometer, davon 95,84 Kilometer Stadtbahn und 29,52 Kilometer Straßenbahn), von Schneefällen. Weitere 15 Mitarbeiter werden in Bereitschaft gesetzt, sobald die täglichen Voraussagen von Dr. Karsten Brandt Schlechtwetterlagen prognostizieren.
169 Bahnfahrer beobachten das Wetter auf ihren Fahrten
Neben den verlässlichen Wetterinfos von donnerwetter.de setzt SWB Bus und Bahn auf die aufmerksamen Augen der 169 Bahnfahrer. Werden die Gleise auf bestimmten Streckenabschnitten glatt oder beginnt es zu schneien, geben die Fahrer per Funk eine Warnmeldung an die SWB-Leitstelle ab. Diese informiert dann umgehend den Meister vom Dienst, der seine Bereitschaftsdienste ausrücken lässt.
"Wenn über Nacht Schnee fällt, haben wir in den frühen Morgenstunden richtig Stress. Dann sind wir froh über jede aktuelle Wetterinfo unserer Fahrer", sagt Marcus Westphal, bei SWB Service zuständig für die Organisation des Winterdienstes. "Wir sind aber auch auf längere Schlechtwetterlagen gut vorbereitet. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre haben wir genügend Streusalz geordert und eingelagert". 176 Tonnen Salz wurden im knackigen Winter 2010 verstreut. Damit es nicht zu Engpässen kommt, hat SWB Service diesen Winter noch mehr Streugut in Reserve. Und falls Frau Holle die Kissen richtig ausschüttelt, steht ein Schienenreinigungsfahrzeug mit großer Schaufel bereit. Mit vormontiertem Räumschild schiebt der Winterdienstwagen die Schneemassen von den Gleisen. Doch die beste Technik, so Westphal, sei nicht viel wert ohne die engagierte Arbeit der Mitarbeiter vor Ort: Mit Manpower, Kehrbesen und Schneeschieber werden die Bahnhaltestellen gesäubert und durch Streusalz trittsicher gemacht.
Alle Busse sind mit M+S – Reifen ausgestattet
Auch die rund 183 Busse der Stadtwerke Bonn sind gut auf den Winter vorbereitet worden. Sie fahren mit M+S - Reifen. Die Mitarbeiter der SWB-Werkstatt in Friesdorf kontrollieren wöchentlich mit einem Profilmesser die Bereifung. Die Techniker um Fachbereichsleiter Markus Weber achten darauf, dass kein Reifenprofil unter die Viermillimetergrenze abnutzt. "Sobald dieser Fall eintritt, tauschen wir die Reifen aus", sagt Weber.
Der Bedarf an guten Reifen ist enorm bei den SWB: Mit 290 neuen und 645 runderneuerten Reifen wurden die Fahrzeuge im vergangenen Jahr bestückt, wobei auf der Vorderachse nur neue Reifen angebracht wurden. "Besonders im vergangenen Winter hat sich gezeigt, dass dies eine gute Investition war, denn trotz der enormen Schneemassen sind unsere Busse verkehrssicher durch Bonn gefahren", so Weber.
Der städtische Winterdienst sichert die Straßen und Bushaltestellen
Der Bonner Nahverkehr könnte jedoch nicht rollen, wenn es die Kollegen der Stadt Bonn nicht gäbe. Der städtische Winterdienst im Amt für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft sorgt dafür, dass Bonns Straßen eis- und schneefrei bleiben. Dafür haben sie Streupläne für das gesamte Stadtgebiet (550 Straßenkilometer) erarbeitet und Prioritäten gesetzt (Hauptstraßen, Brücken, Strecken mit Gefälle, Straßen mit öffentlichem Nahverkehr, Krankenhauszufahrten, Schulbuslinien).
Der Winterdienst der Stadt Bonn streut Gefahrstellen wie zum Beispiel Brücken bereits vorsorglich ab und setzt ab einer Schneehöhe von drei Zentimetern Schneepflüge ein. Der Einsatz von Streufahrzeugen mit hoch entwickelten Dosiergeräten erlaubt bei Feuchtsalz einen Minimaleinsatz von fünf Gramm pro Quadratmeter. Radwege und Bushaltestellen werden in der Regel mit Kleinfahrzeugen geräumt - nach Möglichkeit zeitgleich mit den Hauptverkehrsstraßen.
Tipps für Anwohner
Die Stadt Bonn erinnert auch an die Räum- und Streupflicht der Anlieger. Sie müssen die Bürgersteiger räumen. Die Bürgersteige sollten mit abstumpfendem Material abgestreut werden; Salz sei nur in Ausnahmefällen, zur Gefahrenabwehr zu verwenden.
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