Der Rhein-Sieg-Kreis
Region der idyllischen Gewässer, auf die wir ein Auge haben
Seit seiner Gründung im Jahr 1965 ist der Wasserverband Rhein-Sieg-Kreis zuständig für die Unterhaltung und Pflege der Fließgewässer in elf Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises. An der Spitze des Wasserverbandes mit Sitz an der Siegburger Mühlenstraße stehen Michael Jaeger als Verbandsvorsteher sowie Geschäftsführerin Martina Hirschberg. Zum Geschäftsgebiet gehören die Städte und Gemeinden Siegburg, Sankt Augustin, Hennef, Königswinter, Bad Honnef, Eitorf, Windeck, Waldbröl, Ruppichteroth, Neunkirchen-Seelscheid und Much. Neben diesen Kommunen ist der Rhein-Sieg-Kreis Mitglied der Verbandsversammlung.
Das gesamte Verbandsgebiet erstreckt sich über ein Areal von insgesamt 500 Quadratkilometern. Damit bewirtschaftet der WAsserverband Bachläufe mit einer Gesamtlänge von rund 1.600 Kilometern. Dazu kommt der Betrieb von sechs Hochwasserrückhaltebecken, 250 Einlaufbauwerke- und Rechenanlagen sowie 35 Sand- und Geröllfängen. Hier fällt jährlich Räumgut von rund 400 Kubikmetern an. Der Wasserverband ist laut Satzung für unterschiedliche Aufgaben zuständig: Ausbau-, Hochwasserschutz, Renaturierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen. Doch das Spektrum wächst; auch oder gerade die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie stellt den Wasserverband vor große Herausforderungen.
Derzeit beschäftigt der Verband insgesamt 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihre Aufgaben umfassen Gehölzpflegearbeiten, Bepflanzungen, Beseitigung von Hochwasserschäden, allgemeine Arbeiten im Bauhof, Unterweisungen im Arbeitsschutz, Fortbildung und vieles mehr.Zwei Wasserbauer sowie eine Wasserbauingenieurin kamen Anfang des Jahres hinzu. Erstmals in seiner Geschichte widmet sich der Wasserverband auch der Ausbildung von Nachwuchskräften. So wird jetzt ein angehender Wasserbauer auf ein Berufsleben mit den erforderlichen hochspezialisierten Kenntnissen vorbereitet.
Die Fachkräfte des Wasserverbandes überwachen insgesamt 250 Kontrollpunkte im Verbandsgebiet, sammeln wichtige Informationen zur Hochwassergefahr, überwachen und sichern den ordnungsgemäßen Abfluss. Hinzu kommen monatliche Kontrollfahrten; starke Regenfälle oder besondere Wetterlagen machen zusätzliche und flexible Einsätze erforderlich. Besonders aufwendig sind Unterhaltungsarbeiten bei umfangreich verrohrten Gewässerstrecken.
Die wichtigsten und größten Projekte
Der so genannte Unterhaltungsplan gibt dem Team die voraussichtlichen Gewässerunterhaltungs- und Pflegemaßnahmen vor. Dieser wird der Unteren Wasserbehörde sowie der Unteren Landschaftsbehörde zur Genehmigung vorgelegt.
Aktuell: Der Schleuterbach in Sankt Augustin-Niederpleis wird in ein neues Bachbett verlegt und zum Siemensbach geführt. Der an sich idyllisch gelegene Bachlauf ist seit Jahrzehnten zum Teil verrohrt und wird dem Kanalnetz zugeführt. Im Rahmen des ambitionierten Projektes wird das Gewässer in ein naturnah gestaltetes Bett verlegt und dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt.Die Bezirksregierung Köln hatte die Maßnahme veranlasst und der Stadt Sankt Augustin vorgegeben, das Fremdwasser (Bachwasser) vom Kanalnetz zu trennen. Im September 2009 hatte der Wasserverband die Planfeststellung der Maßnahme „Umlegung des Schleuterbachs mit Teiloffenlegung des Siemensbachs“ in Sankt Augustin-Niederpleis auf einer Länge von ca. 660 Metern beantragt, der Planfeststellungsbeschluss wurde im Juni dieses Jahres rechtskräftig.
Seit Oktober dieses Jahres setzt der Wasserverband die Arbeiten mit eigenen Kräften um. Ihr Ziel: die Herstellung der naturnahen Gewässerprofile des Schleuterbachs und Siemensbachs sollen die natürliche Gewässerdurchgängigkeit sicherstellen. So kann an beiden Gewässern wieder ein natürlicher Lebensraum für Pflanzen und Tiere entstehen.
Aufwändig gestaltete sich die Räumung des Hochwasserrückhaltebeckens Wolfsbach in Hennef-Geistingen. Eine Baustraße wurde ins Becken eingebaut und insgesamt 1.200 Kubikmeter Sediment entfernt. Hinzu kommen Räumungsarbeiten am Eipbach in Eitorf. Dort wurde ein Schreitbagger eingesetzt und 300 Kubimeter Schlamm und Steine aus dem Profil entfernt. Damit wird der Hochwasserschutz in Eitorf und Hennef verbessert.
Weitere Standards
Für die an verschiedenen Gewässerbereichen durchzuführende Mahd an den Uferböschungen (Jahresturnus ein- oder zweimalig) galt erneut das überarbeitete „Mähprogramm 2007“.
Die jährliche Mahd beschränkt sich auf die wasserwirtschaftlich problematischen Gewässerstrecken, insbesondere innerorts oder direkt vor Ortslagen. Insgesamt sind drei Prozent des Gewässersystems in das Mähprogramm aufgenommen worden. Dies entspricht einer Gewässerlänge von 53,5 Kilometern oder einer Fläche von 207.000 Quadratmetern.
Zusätzlich werden 54 Einlaufbereiche in Verrohrungen und Durchlässen und sechs Hochwasserrückhaltebecken jährlich mit einer Fläche von rund 45.000 Quadratmetern gemäht.
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