Demenz darf kein Tabu sein
Demenzwoche im Rhein-Sieg-Kreis“ mit über 100 Veranstaltungen will informieren und aufklären
Hilflosigkeit und Angst sind natürliche Reaktionen von Betroffenen, aber auch ihren Angehörigen, wenn die Diagnose des Arztes heißt: „Demenz“. Was kommt auf mich zu? Wer kann mir helfen? An wen kann ich mich wenden?
Antworten auf diese Fragen will die „1. Demenzwoche im Rhein-Sieg-Kreis“ geben. In der Zeit vom 14. bis 20. Juni 2010 werden in vielen Städten und Gemeinden im Rhein-Sieg-Kreis über 100 Veranstaltungen mit einem breit gefächerten Angebot stattfinden, die das Thema Demenz auf vielfältige Weise behandeln: Fachvorträge, Fortbildungen und Gesprächskreise gehören ebenso zum Angebot wie Ausstellungen, Theater, Gottesdienste und Lesungen. Ambulante und stationäre Einrichtungen, Krankenhäuser und Privatanbieter stellen sich und ihre Arbeit für an Demenz erkrankte Menschen und deren Angehörige vor.
Das Foto zeigt v.l.n.r.: Paul Mandt, Stefan Kleinstück, Änne Türke,
Landrat Frithjof Kühn, Bruno Fischer, Erich Klemme, Leiter des
Kreisgesundheitsamtes, und Kreissozialdezernent Hermann Allroggen bei
der Vorstellung der 1. Demenzwoche im Rhein-Sieg-Kreis.
Schwerpunktthemen der Veranstaltungsreihe bilden insbesondere die Vermeidung von Isolation, die weitere soziale und gesellschaftliche Teilhabe der Erkrankten, der Verbleib in der vertrauten Umgebung und konkrete Unterstützung für die Betroffenen und Angehörigen. Veranstalter sind Träger von karitativen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbände, Initiativen und private Dienstleister. Organisatorisch getragen und koordiniert wird die 1. Demenzwoche im Rhein-Sieg-Kreis vom Kreisgesundheitsamt und dem Demenz-Servicezentrum Nordrhein-Westfalen für die Region Köln und das südliche Rheinland.
Landrat Frithjof Kühn hat die Schirmherrschaft für diese 1. Demenzwoche übernommen. Ziel und Inhalt der Informationswoche stellte er jetzt gemeinsam mit Kreissozialdezernent Hermann Allroggen, Paul Mandt von der Koordinierungsstelle Gerontopsychiatrische Versorgung im Kreisgesundheitsamt sowie Stefan Kleinstück und Änne Türke vom Demenz-Servicezentrum Nordrhein-Westfalen für die Region Köln und das südliche Rheinland im Kreishaus in Siegburg vor.
„Das Thema Demenz verstärkt in das öffentliche Bewusststein zu stellen und es dort zu verankern ist Ziel der Demenzwoche“, sagte Landrat Frithjof Kühn. „Demenz darf kein Tabu sein! Über 100 Einzelveranstaltungen wird es im Rahmen der Demenzwoche im Rhein-Sieg-Kreis geben. Das zeugt von einem breit gefächerten Angebot in unserer Region, das zugleich eng miteinander verzahnt ist. Genau darin liegt seine Stärke, denn Einrichtungen sind aufeinander angewiesen und ergänzen sich gegenseitig.“
Dass der Rhein-Sieg-Kreis die Notwendigkeit einer Vernetzung schon seit vielen Jahren erkannt hat, erläuterte Hermann Allroggen, Sozialdezernent des Rhein-Sieg-Kreises: „Die Kommunale Gesundheitskonferenz des Rhein-Sieg-Kreises hat bereits vor knapp zehn Jahren die Bedeutung vernetzter Angebotsstrukturen erkannt. Mit einer Bestandsaufnahme der damaligen Angebote wurde die Grundlage für das „Konzept zur gerontopsychiatrischen Versorgung“ geschaffen, mit dem der Rhein-Sieg-Kreis die Ziele zur besseren Versorgung psychisch kranker alter Menschen definiert hat und in dem der Vernetzung der Angebote eine entscheidende Bedeutung beigemessen wird.“
Durch die Koordinierungsstelle Gerontopsychiatrische Versorgung im Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises ergab sich auch der Kontakt zum Demenz-Servicezentrum Nordrhein-Westfalen für die Region Köln und das südliche Rheinland, das als eins von landesweit dreizehn Zentren vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und den gesetzlichen Pflegekassen gefördert wird.
„Wir erfassen unter anderem die in der Region vorhandenen Hilfsangebote für Menschen mit Demenz, vernetzen bestehenden Angebote, Konzepte und Erfahrungen in der Region, entwickeln gemeinsam Hilfsangebote weiter und unterstützen beim Aufbau einer vernetzten Informations- und Beratungsstruktur“, erläuterten die beiden Vertreter der Demenz-Servicezentrums ihre Aufgaben. „Wir haben dabei eine ganze Region im Blick. Eine unserer Schwerpunkte ist die Förderung der Verbindungsstellen zwischen medizinischer, therapeutischer, pflegerischer und psychosozialer Versorgung.“
Ausführliche Informationen zu allen einzelnen Veranstaltungen der 1. Demenzwoche im Rhein-Sieg-Kreis können unter www.rhein-sieg-demenzwoche.de abgerufen werden. Entsprechende Faltblätter mit einer Veranstaltungsübersicht liegen in allen Rathäusern, vielen Praxen und Apotheken aus.
Auftakt der Demenzwoche bildet eine Informationsveranstaltung am Montag, 14. Juni 2010, von 9.30 Uhr – 12.00 Uhr im Kreishaus in Siegburg, zu der Fachpublikum und alle Interessierten eingeladen sind. Im Anschluss an diese Veranstaltung wird im Foyer des Kreishauses die Fotoausstellung „Bedürfniswelten“ des Bonner Fotografen Daniel Lenartowski eröffnet, die bis zum 20. Juni 2010 dort zu sehen ist.
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