Das Janosch-Universum. Janosch zum 80. Geburtstag
Eine Mitmachausstellung für klein und Groß im Bilderbuchmuseum Troisdorf
Jeder kennt ihn: den Maler, Zeichner und Autor Janosch, den Vater von Tigerente und Bär und vielen anderen Figuren in den Kinderzimmern der ganzen Welt. In der Tat gehört Janosch seit 1960 als Bilderbuchgrafiker, Erfinder von Kinderreimen, Bildergeschichten, Comics und Erzählungen vorwiegend fantastischer Natur, als Illustrator und Romancier zu den einfallsreichsten und produktivsten Kinderbuchmachern des deutschsprachigen Raums.
Tatsächlich haftet fast allen Geschichten Janoschs eigenständiger Witz, Humor und eine stark unterhaltsame Note an. Dabei sind die Protagonisten, die Janosch auf seine Bilder bannt, einprägsam, reizen zur Identifikation des lesenden und betrachtenden Kindes und rühren Alltagsprobleme wie Schulsorgen, Streit mit der Umwelt, Langeweile, Umweltverschmutzung auf vielfältige Weise an. Stilistisch kultiviert Janosch bereits seit Beginn seiner Tätigkeit als Bilderbuchkünstler und Illustrator einen naivisierenden Stil sowohl in seinen Federzeichnungen als auch in den meist leuchtenden, wirkungsvollen Farbtafeln. Der auch hier immer wiederkehrende Witz stößt in einzelnen Fällen bis an die Grenze der Ironie und Satire vor wie beispielweise in Janoschs Darstellungen zu „Reineke Fuchs“ (1962) oder „Janosch erzählt Grimm´s Märchen“ (1972). Diese Komponente, teilweise noch um vorsichtig eingesetzte Collage- und Montageelemente aus Zeitungsschnipseln oder Pass- und Familienfotos erweitert, erzählerisch durch aktuelle Anspielungen auf allbekannte Zustände der Verkehrsraserei, der Müllhalden und nicht existierender Spielgelegenheiten durchvariiert, sprechen nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene an.
Anlässlich seines 80. Geburtstages widmet das Museum Burg Wissem in Troisdorf dem Künstler Janosch in der Zeit vom 20. November bis zum März 2012 eine Ausstellung mit dem Titel „Das Janosch-Universum. Janosch zum 80. Geburtstag“. Die Ausstellung vereint zahlreiche Arbeiten aus der Dauerleihgabe der Janosch-Film & Medien AG und zeigt damit einen Querschnitt aus verschiedenen Schaffensperioden des Illustrators. Berühmte Bilderbuchoriginale und Bücher zu „Oh, wie schön ist Panama“ (1978) oder „Post für den Tiger“ (1980), aber auch Illustrationen aus dem Frühwerk des Künstlers wie „Der Mäuse-Sheriff (1969) oder „Das Auto hier heißt Ferdinand“ (1964) werden damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zahlreiche Mitmachstationen ermöglichen darüber hinaus Kindern und Erwachsenen einen aktiven Einblick in die „Welt“ von Janoschs Tiger und Bär, Emil Grünbär oder Kasper Mütze. Entsprechend wird ein Wohnhaus des kleinen Tiger und Bären als bespielbare Kulisse nachgebaut. Kleine Schreibstationen, die wie bei „Post für den Tiger“ (1980) mit Federkiel und Holztisch ausgestattet sind, werden in die Ausstellung eingebunden. In einer Zirkuskulisse können die Kinder ihre eigenen Kunststücke nachspielen, in einem weiteren Raum zum Buch „Schnuddelbuddel baut ein Haus“ eigene Wohnhäuser aus Schachteln und Papier kreieren. Ruhiger geht es schließlich in Janoschs Traumstundenzimmer zu. Auf einer Kissenlandschaft können viele Bücher rund um Janoschs Bilderbuchgeschichten angeschaut und gelesen werden.
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