Bäckerinnung setzt Tradition fort
Neujahrsbrezel als Glücksbringer für den Rhein-Sieg-Kreis
Viele Mythen und Sagen ranken sich um das Neujahrsgebäck, das traditionell zum Jahreswechsel in unterschiedlichsten Formen gebacken, verschenkt und vielerorts auch gemeinsam verzehrt wird. Gleich in welcher Form - ob als Brot, Kranz oder Brezel, diese so genannten "Gebildebrote" gelten als Glücksbringer.
Solche Glücksbringer in Form von süßen Brezeln und gute Wünsche für das neue Jahr überbrachten heute Bernd Rott, Obermeister der Bäcker-Innung Bonn/Rhein-Sieg, und weitere Vertreter der Bäckerinnung für den Rhein-Sieg-Kreis. Der stellvertretende Landrat Rolf Bausch begrüßte die Gäste und freute sich, dass die Bäckerinnung Bonn/Rhein-Sieg diese seit vielen Jahren bestehende Tradition fortsetzt. Er wünschte den Vertretern der Bäckerinnung Bonn/Rhein-Sieg für das Jahr 2010 Gesundheit und beruflichen Erfolg.
In einem Rückblick auf das vergangene Jahr sagte der Innungsobermeister Rott, dass zwar das Schlagwort "Krise" allgemein in aller Munde gewesen sei, diese aber seiner Meinung nach noch gar nicht richtig angekommen sei. Auf die wirtschaftliche Situation des Bäckerhandwerks bezogen berichtete er, dass es dank der Entspannung auf dem Sektor der Rohstoffkosten diese nicht zu weiteren wesentlichen Preiserhöhungen bei Backwaren geführt hätten.
Sorgen bereitet dem Bäckerhandwerk jedoch die Ausbreitung der großen Verkaufszentren und deren erheblich längeren Öffnungszeiten. Das hätte zur Folge, dass die kleinen Nahversorger-Betriebe schließen müssten, weil sie dieses Angebot nicht leisten könnten, da zusätzliches Personal nicht mehr bezahlbar sei und mit längeren Öffnungszeiten auch nicht mehr Umsätze getätigt würden.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen neue Wege gesucht und die Produktpalette mit anderen Herstellungsverfahren, zum Beispiel Backen im Holzofen, erweitert werden.
Erfreut berichtete Obermeister Rott über die wachsende Zahl der Auszubildenden im Bäckerhandwerk, die in zwei Berufen ausgebildet würden. So werden im Bereich der Bäckerinnung Bonn/Rhein-Sieg, der 95 Produktionsbetriebe angehören, 60 Lehrlinge als Bäckerei-Fachverkäufer/in und etwa 30 junge Leute als Bäcker in diesem Jahr ihre Prüfung ablegen. Dabei habe sich vor allem der Berufsbereich Bäckerei-Fachverkäufer/in erheblich gewandelt. So gehöre jetzt ein Gastronomie-Anteil zum neuen Berufsbild.
Mit einem kleinen Exkurs auf die Entwicklung des traditionellen Brauches des Neujahrsgebäcks, der bis ins heidnische Brauchtum zurückreichen und sogar einer Sage nach einem Bäckermeister einmal das Leben gerettet haben soll, weil er mit dem Brezel glücklicher Weise ein Gebäck erfunden hat, durch das dreimal die Sonne scheinen kann, verabschiedeten sich die Gäste bis zur nächsten Jahreswende. 2011 - so wiesen sie noch darauf hin, feiert die Bäckerinnung Bonn/Rhein-Sieg 125-jähriges Jubiläum.
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